Reisebericht Oman - Weltenbummler Shumba - Weltreise mit dem Allrad Reisemobil

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Reisebericht Oman mit Musandam
28.02.2013 - 28.04.2013 und 27.05. - 08.06.2013

   Landesroute



Währung:
Dieselpreis:
Einreise:
Ausreise:

Gesamt km:
Visum:


1€ = ca. 0,50 Rial Omani Stand 03/2013
0,29 € /Ltr   Stand 03/2013

bei Hatta und Musandam bei Tibat

bei Hafeet / Al Ain und Musandam bei Tibat
5.778 plus 481 auf Musandam
ja, problemlos bei der Einreise

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Teil I >  Grenze bei Hatta - Nizwa                  28.02. - 14.03.2013                         792 km
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So, da stehen wir nun in Südarabien an der Grenze zum Oman. Wie das klingt! Schon an der Grenze spürt man die Herzlichkeit und Freundlichkeit der Menschen. Erste Station der Zoll. Hier sollte auch das Carnet abgestempelt werden, nur leider wusste das keiner der Beamten. Man erhält einen kleinen Laufzettel, der ist besonders wichtig und muss ganz am Ende der Einreiseprozedur, bei der Ausfahrt abgegeben werden. Ganze 7 km weiter ist dann die Personenkontrolle. Das Visum kostet pro Person 20 Rial Omani, das entspricht ca. 40 Euro und gilt erst mal für 30 Tage, ist aber, nach Auskunft an jedem Immigration Office im Land verlängerbar. Hier wird auch nochmals nach dem Carnet gefragt, ob alles ordnungsgemäß erledigt ist. Und da unser Carnet nicht abgestempelt wurde, schickt man uns die 7 km eben wieder zurück, nicht ohne vorher anzurufen und sicherzustellen, dass es diesmal klappt. Ohne etwas zu inspizieren wird das Carnet dann abgestempelt und wir sind fertig. Es ist Nacht und schon 23:00 Uhr. Wir fahren nur noch in die nächste Stadt ans Meer, suchen uns ein ruhiges Plätzchen zum Schlafen. Wir merken bereits am nächsten Morgen, dass in diesem Land alles etwas gemütlicher abläuft. Alles ist ruhig, keine Menschen auf den Straßen zu sehen. Wir sind schon ganz gespannt, was uns erwartet, wir wissen ganz wenig über den Oman, nur, dass Sindbad der Seefahrer hier in Sohar geboren worden soll und von hier seine sagenumwobenen Reisen unternommen hat. Da ist jedoch weit mehr, in diesem Land ging nicht immer alles so ruhig und friedlich von statten.
Bereits vor 5000 Jahren entstand in dieser Region die erste Hochkultur bedingt durch die Gewinnung von Kupfer. Bekannt und reich wurde der Oman, speziell der Süden, allerdings durch Weihrauch. Nach dem, friedlichen Einzug des Islam im 7. Jhdt. begann eine Phase wichtiger Handelsbeziehungen, die das Land zu einer der wichtigsten Mächte am Indischen Ozean werden ließen.
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Teil II >  Nizwa - Salalah                    15.03. -27.03.2013                             1711 km
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Am Abend bummeln wir durch einen fast verwaisten Souk. Viele Bangladheschis und Pakistanis treffen sich auf den Straßen zum Tratsch. Die Omanis gehen ihren Einkäufen nach oder promenieren mit ihren Autos durch die Hauptstraße. Wir stehen mit unserem LKW am großen Hauptplatz direkt hinter dem Souk und erleben dort den ganzen Abend „Kino" live. Circa 20 Jungs lassen es hier mit ihren Mopeds richtig krachen und das mit voller Lautstärke. Sie driften um das eigene Vorderrad, fahren im Wheely über den Parkplatz und das nicht nur einmal, es ist eine regelrechte Show. Am anderen Ende des Platzes hören wir dann einen Dudelsack und Trommeln. Einige junge Männer haben sich zur Musik versammelt, tanzen und klatschen dazu. Aber sofort als das vorbei ist, geht es wieder los, das mit röhrendem Auspuff „über-den-Platz-Schleudern". Der Krach dauert bis ca. 24.00 Uhr, erst dann wird es langsam ruhig und wir genießen ein paar Stunden Schlaf. Bis dann so ca. gegen 05:00 Uhr direkt neben unserem Auto ein Hahn zu krähen beginnt. Bereits jetzt kommen die Menschen aus der Umgebung und fangen bereits an, die verschiedenen Märkte aufzubauen. Allmählich kommen immer mehr Fahrzeuge auf den großen Platz. Der Hahn hört auf zu schreien. Nicht nur Dank unserem lebenden Wecker sind wir bereits gegen 06.45 Uhr in Richtung Tiermarkt unterwegs und mischen uns unter die Einheimischen. In einer Ecke des Souks werden Vögel, Tauben und Kaninchen angeboten, dahinter liegt die Fischhalle mit dem frischen Fang von heute, wie z. B. Thunfisch, an der Straße rechts und links Obst- und Gemüsehändler. Am Ende des Souks liegt der runde Platz des Tiermarktes. Ziegen, Kühe und Stiere sind bereits an den dafür vorgesehen Pflöcken angebunden und werden zur Schau gestellt. Obwohl es vorwiegend Männer sind, die sich hier zum Handel treffen, schauen sich auch Frauen, versteckt hinter ihren Masken, interessiert um. Dieser wöchentlich am Freitag stattfindende Markt ist ein gesellschaftliches Ereignis. Man begrüßt sich, manche Männer reiben dabei die Nasenspitzen aneinander, alte Männer debattieren gestikulierend laut und heftig. Verschleierte Frauen in bunten Gewändern halten sich im Hintergrund und beobachten das Geschehen. Bis das Spektakel losgeht.      weiterlesen




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Teil III >  Salalah - Shishr                    27.03. - 12.04.2013                             1232 km
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Die Stadt empfängt uns mit üppigen, palmenbewachsenen Grünstreifen und jeder Menge Jugendstil Straßenlaternen. Gleich an der Einfahrt in die Stadt, am ersten Kreisverkehr können wir im Dhofar Governorate unser Visum verlängern lassen. Völlig unkompliziert, 3 Stationen sind zu durchlaufen, haben wir nach ca. 1 Stunde inkl. Wartezeiten unser neues Visum im Pass. Kosten pro Person 20 Omani Rial, zu bezahlen mit Visa-Karte. Wir orientieren uns ein wenig in der Stadt, finden einen neu eröffneten „Lulu", ein großes Shopping Center und lassen endlich mal unseren LKW gründlich waschen, der hat es dringend nötig. Als alles erledigt ist, besuchen wir die größte Moschee im Ort, die Sultan-Qaboos-Moschee. Ein wunderschönes, strahlend weißes Gebetshaus, das sehr geschmackvoll und ansprechend gestaltet ist. Man war nicht in Salalah, wenn man nicht durch den Weihrauch Souk geschlendert ist. Es duftet in allen Ecken und Winkeln. Den Handel im Souk haben die verschleierten Frauen fest in ihrer Hand. Wir kaufen ein Päckchen sehr gute Qualität von dem hellen Harz. Auf Nachfragen erklärt sie uns, dass man das Harz kauen oder in Wasser auflösen kann. Es hilft bei Magen-, Darm-, Nierenbeschwerden und Entzündungen. Gleich probiere ich. Es schmeckt zwar etwas bitter, aber fast wie Kaugummi. Weihrauch gilt als Heilmittel und soll den bösen Geist vertreiben. Die Frauen räuchern ihre Kleider und Übermäntel mit Jasmin süßem Räucherwerk oder Myrre und ziehen, wo immer sie gehen, betörende Duftwolken hinter sich her. Aber auch die mit schwerem Parfum getränkten Quaddeln an den Dishdashas der omanischen Männer machen klar, welchen Stellenwert Wohlgerüche in Südarabien haben. Schwerer Weihrauchduft kommt hier fast aus allen Geschäften. Während der Mitteleuropäer seine Geruchsnerven und die seiner Mitmenschen mit Wunderbäumen und überdosierten Synthetik Düften traktiert, können die Omanis solche Abartigkeiten nicht leiden. Für mich war Weihrauch bisher nur aus dem Gottesdienst und als Beiwerk zum Räuchern bekannt, mit meinem neuen Wissen allerdings stocke ich meinen Vorrat an Hausmittelchen auf. Der Boswellia Baum wächst wild, er kann nicht gezüchtet und nicht umgepflanzt werden. Außer im Oman wächst Weihrauch noch in Eritrea, Indien, Ägypten und Sudan. Die edelsten Weihrauchsorten jedoch gedeihen nur hier im Dhofar und den jemenitischen Nachbarregionen Mahra und Hadramaut. Die Ernte des Weihrauchs geschieht heute noch so wie vor 3000 Jahren. Bereits im 10 Jhdt. vor Chr. hat die Königin von Saba König Salomo mit Gold, Diamanten und Weihrauch beschenkt. Seit jeher war er sehr wertvoll und wurde mit Gold aufgewogen. Der internationale Handel mit Weihrauch erfolgte auf der berühmten Weihrauchstraße, der lukrativsten Handelsstraße der Antike. Aber erst ab Mitte des 2 Jtsds. v Chr., als das Kamel domestiziert wurde, durch die besonderen Fähigkeiten des Kamels, wurde es möglich die langen Wege durch die Wüsten zu meistern. Zwei drei Monate waren die riesigen Karawanen unterwegs, die auf hunderten Kamelen, den begehrten Weihrauch aus dem glücklichen Arabien quer durch die Wüste nach Palästina brachten, Hauptabnehmer waren die Römer. Die antike Weihrauchstraße reichte von Oman über den Jemen, parallel zur Küste des Roten Meeres durch Saudi-Arabien, vorbei an Mekka und Medina in das jordanische Petra, weiter ins Heilige Land nach Gaza und nach Alexandria. Ein Abzweig führte auf der anderen Seite nach Osten ins Zweistromland nach Mesopotamien. Die Kamelkarawanen brachten außer Weihrauch natürlich auch andere wertvolle Gewürze, Edelhölzer, Elfenbein, Edelmetalle und Seide ins Abendland. Diese Güter wurden von Seefahrern aus Indien oder Ostafrika heran transportiert und auf Kamele umgeladen. Seine Blütezeit erlebte der Weihrauchhandel zwischen dem 5 Jhdt. v Chr. und 1. Jhdt. n Chr. Die Araber nennen das klebrige Gold, das milchig-weiße Harz des Boswellia Baumes Luban. Unseren heutigen Schlafplatz finden wir am Ende der Corniche am Café de Paris.      weiterlesen




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Teil IV >  Shishr - Grenze Hafeet/Al Ain                13.04. - 28.04.2013                2043 km
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Die Fahrt durch die endlose weite Ebene vertreiben wir uns mit dem Hören von Comedy und Podcastsendungen. So vergeht die Zeit schneller. Unterwegs treffen wir eine junge Bludenzer Familie und unterhalten uns lange. Sie sind mit ihrem Allrad VW-Bus LT 40 und 2 kleinen Kindern, Max und Milla, bereits seit 10 Monaten, unterwegs auf ähnlicher Strecke wie wir. In Hayma zweigen wir nach kurzem Versorgungsstop ab in Richtung Küste. Diesen Abschnitt sind wir schon gefahren, allerdings, jetzt in die Gegenrichtung, schaut alles unbekannt aus. In Al Ashkharah biegen wir ins Landesinnere ab. Die schön geschwungenen Dünen der Wahiba Wüste, die sich bis ans Meer ausdehnen, begleiten uns. Nur die Steinhaufen dazwischen vermitteln ein wenig den Eindruck einer Mondlandschaft. Nach der langen Fahrerei freuen wir uns darauf wieder was zu unternehmen und unter Leute zu gehen. Es ist heiß, sehr heiß. Die letzten Tage hatten wir bis zu 39 Grad, jetzt hier in Bani Bu Ali sind es sogar 41 Grad, Gott sei Dank mit geringer Luftfeuchtigkeit und so ist die Hitze ganz gut auszuhalten. Wir besichtigen die Reste eines alten, in Privatbesitz befindlichen, Forts und eine schöne, alte, vollständig renovierte Moschee aus dem 11. Jhdt mit 52 Kuppeln. Im nächsten Ort, einer kleinen netten Stadt, namens Bani Bu Hassan, übernachten wir auf dem Parkplatz des großen Forts, das wir gleich am nächsten Morgen besichtigen. Der Wärter lädt uns zu Khawha (Kaffee mit Kardamon) und Datteln ein und es entwickelt sich ein nettes Gespräch. Erst gegen mittag fahren wir weiter nach Al Kamil. Ebenfalls eine alte Stadt mit vielen Lehmhäusern und hohen Windtürmen. Bei unserem Rundgang stoßen wir auf bröckelnde Fassaden und Ruinen. So allmählich kommen die Lehmhäuser alle Weg, sie gehen bei Regen kaputt und keiner hat mehr Lust sie zu erhalten. Doch mittendrin stehen wir plötzlich vor einem alten, sehr schön renovierten Schloss, einem Privat Museum.   weiterlesen




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Teil V   >>  Musandam               27.05. - 08.06.2013                 481 km    ______________________________________________________________________________________

… und schon an der Grenze spüren wir wieder die Herzlichkeit und Offenheit der Menschen. Auf einer wunderschönen Küstenstraße fahren wir Richtung Khasab und passieren bis dahin einige malerische kleine Fischerdörfer in kleinen Buchten. Khasab ist die Hauptstadt der Region Musandam und bietet alles an Versorgung was man so braucht. Hierher kommen die Menschen aus den kleinen Ortschaften draußen am Meer und aus den Bergen, um sich im Souk und im neuen großen Lulu Supermarkt mit allem Notwendigen einzudecken. In Khasab blüht auch der Handel zwischen Oman und Iran. Toleriert von der omanischen Regierung landen jeden Tag unzählige iranische Schnellboote an. Beladen mit Ziegen werden sie von der omanischen Küstenpolizei in Empfang genommen, mit einem Einkaufsschein ausgestattet dürfen sie dann im örtlichen Souk einkaufen. Begehrt ist elektronische Ware, die man im Iran nicht bekommt, und diese Waren werden unauffällig in graue Plastiktüten spritzwassergeschützt verpackt, auf völlig überladenen Pickups zum Hafen gebracht, von dort auf die Schiffe verladen und in Richtung Iran abtransportiert. Auf Omanseite ist dieser Handel legal, erst im Iran wird es illegal. Die Ziegen wiederum werden für teures Geld in die Emirate verkauft. Die iranischen Händler sind für die ca. 70 km etwa 1,5 Stunden unterwegs und es scheint sich für alle Beteiligten zu lohnen. Wir übernachten vor Khasab am Strand von Bassah und verbringen einen herrlichen Tag am Strand mit Schnorcheln, Lesen und nebenbei genießen wir die Aussicht auf die Dhaus und die Berge. Solange man sich im Schatten aufhält und eine leichte Brise übers Meer weht, sind die 38 Grad ganz gut auszuhalten.
Was wäre Musandam ohne eine Dhaufahrt?
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Fazit   >>      28.02. - 28.04.2013 und 27.05. - 08.06.2013      Gesamt 6.259 km    ______________________________________________________________________________________

Der Oman, das Land Sindbad des Seefahrers, Überlieferungen aus 1001 Nacht….
Gleich vorweg, noch nirgends auf der Welt bisher sind wir so entspannt und unbehelligt gereist wie im Oman. Dieses fantastische Land hat uns völlig in seinen Bann gezogen.
Grandiose Landschaften, fantastische Bergwelten, unendliche Wüsten, Bilderbuchoasen, gelebte Tradition und Kultur, lange Historie und Sicherheit. So könnte man zusammengefasst den Oman beschreiben. Aber da ist viel mehr. Da sind die Menschen. Friedvolle, herzliche, sympathische Menschen, extrem freundlich, immer respektvoll, nie ein lautes Wort, nicht mal von den Kindern, sehr zugänglich, hilfsbereit und offen, nie aufdringlich, aber interessiert, distanziert und familienorientiert. Der Islam, die Religion der Menschen des Landes, ist ganz selbstverständlich ...
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Bildergalerie Oman


      Bildergalerie  ...Menschen im Oman
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