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Reisebericht Kenia
24.06. - 04.08.2014
24.08. - 07.09.2014


   Landesroute



Währung:
Diesel Pr
eis:
Einreise:
Ausreise:
Gesamt km:
Visum:


1€ = ca.  118,50 Ken. Shilling  Stand 07/2014
0,89 €/Ltr

Illeret - Turkana Route / Loitokitok

Lunga Lunga / Suam
2.928 km
Addis Ababa


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Teil I >  Omorate /Illeret - Lunga Lunga    24.06. - 04.08.2014          2.040 km

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Von Omorate führt eine enge teilweise sandige Piste Richtung Turkana-See in das erste Dorf auf kenianischer Seite, Illeret. Ursprünglich eine Ansiedlung der Dasanech, besteht dieser staubige Ort heute neben ein paar Rundhütten aus der ehemals britischen Polizeistation, einer Mission der Benediktiner unter der Leitung von Pater Florian und einem Wasser-Hilfsprojekt der deutschen Malteser. Einen Laden oder Ähnliches sucht man hier vergebens. Trotzdem, das Dorf am Seeufer des Turkana hat etwas Faszinierendes.

Wir kommen auf dem Grundstück der Mission unter und haben so die Chance, mit Pater Florian und mit Günter und Stefan, die ein Wasser-Hilfsprojekt der Malteser leiten, ins Gespräch zu kommen. Der bayrische Pater zeigt uns die Mission und erzählt von seiner Arbeit und seine Erfahrungen in mehr als 11 Jahren im Kenianischen Busch. Als er hier ankam gab es hier nichts, jetzt stehen hier ein Missionshaus und eine große Autowerkstatt, damit schafft er Beschäftigung und Ausbildungsmöglichkeiten für die Jugendlichen im Ort. Derzeit leben sieben Jungs in der Mission, um in dem Ort zur Schule zu gehen. Man sieht ihm an, dass seine Arbeit und sein Glaube ihn erfüllen. Er legt bei der vielen Arbeit selbst mit Hand an und scheint dabei völlig bodenständig.
Er erzählt unter anderem, dass Mädchen bei den Dasanech durchaus noch beschnitten werden und es keine Seltenheit ist, dass die Mädchen im Alter von 12 Jahren verheiratet werden und ihr erstes Kind gebären. Seine weiße Mönchskutte, die er zu den Messen trägt, ist in die Jahre gekommen. Er hat einen kräftigen Händedruck, fast wie ein Bauarbeiter und wenn er erzählt, wie er Eingeborene überzeugt, dass ihre Kinder in die Schule gehen sollten, lächelt er verschmitzt und seine hellen Augen blitzen wie im Hintergrund der Turkana See. Ora et labora ist sein Credo. Kaum zu glauben, dass Pater Florian, geboren als Franz-Josef Prinz von Bayern, der Urenkel König Ludwigs II ist.

Gegen 11:00 Uhr fahren wir weiter. Auf Grund vieler Empfehlungen auch von Pater Florian, der die Gegend kennt wie kaum ein anderer, nehmen wir den Weg außen um den Sibiloi Nationalpark herum. Es ist eine teilweise sandige Piste durch Busch- und Savannenland. Im Laufe der Strecke wird sie zur Geröllpiste und hat durchaus auch große Steine. In der wunderschönen Landschaft tauchen die ersten Oryx-Antilopen, kleine Dikdiks und Springböcke auf. In drei Tagen, die wir rund um den Park unterwegs sind, sehen wir ein Fahrzeug, das des Schweizer Bauunternehmers Henry, der auf dem Weg zu Pater Florian ist. Ihm ist eine Feder gebrochen ist. Ansonsten treffen wir nur auf einige Eingeborene mit Tieren. Wir übernachten abseits der Strecke in der Nähe des Sees.

Einsam und entbehrungsvoll ist das Leben hier rund um den See.
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Teil II >>  Nairobi / Suam            24.08. - 07.09.2014              888 km    
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Zurück in Nairobi gönnen wir uns ein gutes Abendessen in der italienischen Osteria im Stadtteil Karen. Die Mannschaft ist so von unserem Truck und unserem Vorhaben begeistert, dass wir sogar in deren Garten übernachten dürfen. Natürlich will die komplette Mannschaft von Spüler bis Manager eine „Schlossbesichtigung", die unter lautem „Geschnatter" dann auch stattfindet. Wir freuen uns mit ihnen.

Am nächsten Morgen ziehen wir wieder um in die Jungle Junction von Chris, wo wir die nächsten sechs Tage damit verbringen, alles Liegengebliebene zu erledigen und einige Reparaturen zu machen. Danach packen wir es endlich wieder an. Nachdem wir in Karen noch unsere Vorräte aufgefüllt haben, machen wir uns auf den Weg zur „Banana Hill Road". Einfach aus Nairobi rausfahren kann ja jeder. Diese Straße führt durch riesige Kaffee- und vor allem Teeplantagen, vorbei an großen Farmen, die immer noch in weißem Besitz sind. Und wüssten wir nicht, dass wir in Afrika sind, wir würden glauben, dass wir in England gelandet sind. Sogar der Grünstreifen neben der Straße ist liebevoll mit Blumen bepflanzt und der Rasen des Seitenstreifen hat Golfplatzqualität. Diese Gegend ist ein Stück Siedlungsgeschichte Kenias. So groß und edel die Farmhäuser sind, sofern man sie hinter den riesigen Hecken ausmachen kann, so klein und eng sind die Häuser der Teepflücker und Arbeiter.

Schnell sind wir in Limura, diese heute doch sehr heruntergekommene und trostlose Stadt, sollte einmal Hauptstadt Kenias werden, daraus ist aus verschiedenen Gründen nichts geworden. Heute ist es kein Platz an dem man sich lange aufhalten will, außer man will in dem Factory Shop von Bata Schuhe erstehen. Die nächsten Kilometer fährt man auf einem Bergrücken, dieser Umstand ermöglicht wunderschöne Ausblicke in das grüne Umland. Durch den vielen Regen der letzten Wochen ist alles tiefgrün. In der Ferne sehen wir den Vulkan Longonot. Es ist nur einer von vielen unterschiedlich großen Vulkanen im afrikanischen Grabenbruch oder schöner gesagt dem „Rift Valley". Wir bleiben auf der „Road of Horror" (so genannt, weil unglaublich viel Verkehrsaufkommen und gewagte Überholmanöver zu vielen Unfällen führen) in Richtung Norden. Bei Uplands genießen wir erneut die wunderschöne Aussicht in den Afrikanischen Grabenbruch, um gleich dahinter von 2800 m hinab auf 2200m zum Naivasha See zu fahren. Dieser See ist einer von zwei Süßwasserseen im afrikanischen Grabenbruch und bis heute weiß man nicht wo der Abfluss des Sees ist. Das Gebiet rund um den See ist Naherholungsgebiet der Nairobier und zugleich riesiges Gartenbaugebiet. Hunderte von Gewächshäusern säumen die Straßen, in diesen werden Rosen für den Versand nach Europa gezüchtet. Dazwischen findet immer wieder Gemüseanbau statt, Wasser zur Bewässerung der Felder ist durch den See ja genügend vorhanden. Das Fantastische ist jedoch, dass im See immer noch viele Flusspferde brusten und Pelikankolonien brüten und wohl hunderte verschiedene Vogelarten am See zu beobachten sind.  ...weiterlesen...


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Fazit Kenia
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Gleich vorweg - Kenia hat weitaus mehr zu bieten, als nur die berühmten Nationalparks wie die Masai Mara, den Amboseli oder den Tsavo. Das Land hat sehr viele Naturschönheiten zu bieten und darüber hinaus gibt es sie noch, die Gebiete in denen die Natur noch nicht völlig für den Tourismus erschlossen ist, wenn auch wenige.

Aber der Reihe nach.
Informiert von unseren Medien sind wir mit einer extrem vorsichtigen Haltung nach Kenia eingereist. Eigentlich wollten wir auf dem schnellsten Weg einfach nur durch, so schlimm wurden die Überfälle, Räubereien und vor allem die Terrorattacken beschrieben.
Bereits die ersten Kilometer am Turkana See entlang haben wir uns wohlgefühlt. Die Menschen waren uns gegenüber stets sehr freundlich, herzlich und zugewandt. Wir erlebten insgesamt das Reisen in Kenia sicher. Zugegeben wir haben Lamu, die von den Terrorattacken am meisten betroffene Region, schweren Herzens gemieden, und auch durch Mombasa sind wir, nachdem wir in den lokalen Medien über mehrere von der Polizei vereitelte Anschläge erfahren haben, nur durch gefahren.

Das Land leidet sehr unter dem fehlenden Tourismus, die Einnahmen bleiben aus. Die fantastischen Strände am Indischen Ozean sind fast menschenleer.

Die Menschen in Kenia sind arm, teilweise ist ihnen die Hilflosigkeit ins Gesicht geschrieben, dennoch lachen sie, sind herzlich und freuen sich über jede ihnen erteilte Aufmerksamkeit. Die allgemeinen Lebenshaltungskosten im Lande sind hoch für die lokale Bevölkerung. Viele können sich das Angebot in den Supermärkten einfach nicht leisten. Ein Chefkoch z.B. verdient umgerechnet ca. 450€ im Monat. Und davon müssen dann ebenso die Schulkosten für die Kinder beglichen werden. Nur die Primary School ist, abgesehen von der Schuluniform, kostenlos. Eine bessere Bildung kostet. Und so kommt es, dass bei großen Familien sehr oft nur ein oder zwei Kinder zur Schule gehen können. Aber immerhin, Bildung wird groß geschrieben und es gibt in jedem noch so kleinen Nest wenigstens eine Grundschule.

Die Straßen sind leider größtenteils sehr schlecht und mangelhaft in Stand gehalten. Die Eintritte in die fantastischen Nationalparks sind u.E. für Reisende wie uns total überteuert.

Es gibt noch so viel zu tun in diesem Land, es fehlt an vielen Ecken.

Wir hoffen sehr, dass die Menschen in Kenia endlich zur Ruhe kommen können, die allgemeine Sicherheitslage wieder rundum stabil wird, damit der Tourismus wieder „Fahrt aufnimmt" und Geld in die Kassen spült. Diese Gelder werden dann hoffentlich ihrer richtigen Bestimmung zugeführt.




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Kenia I - Von Illeret nach Lunga Lunga
Kenia II - Von Nairobi Richtung Nordwesten nach Uganda
... Menschen in Kenia
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