Reisebericht Georgien - Weltenbummler Shumba - Weltreise mit dem Allrad Reisemobil

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Reisebericht Georgien

13.10. - 25.10.2012


Währung:
Dieselpreis:

Einreise:
Ausreise:

Gesamt km:
Visum:


1€ = 2,14 Georgische Lari
0,98 € /Ltr für Normaldiesel und 1,08 € für Eurodiesel  Stand 10/2012
Posof / Akhaltsikhe
Sadakhlo / Bagratashen
838 km
n/a

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Teil I - Posof /Grenze zu Georgien - Mtskheta            13.10. - 22.10.2012           670 km
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Gleich nach der Grenze tanken wir unseren Shumba erst mal für 0,98 €/Liter ein wenig auf. An der Tankstelle werden wir zu Tee eingeladen und dürfen dort auch das Internet benutzen. Nach fast einer Stunde biegen wir vor Vale links ab Richtung Ariali. Auf einer groben Schotterstraße kommen wir durch einige Dörfer, um dann zurück auf der Teerstraße in Richtung Abastumani in die Berge, genauer gesagt in den kleinen Kaukasus, abzubiegen. Unsere Karte zeigt dort eine sehr interessante Abkürzung nach Kutaisi, der zweitgrößten Stadt in Georgien. Die Straße ist mit A307 in der Karte beschrieben und rot eingezeichnet.

Direkt in Abastumani treffen wir Robert und Rick. Zwei Radfahrer, der eine aus Berlin der andere aus Ohio. Robert ist seit 18 Monaten unterwegs, von Südafrika bis hierher, 115 Länder hat er schon bereist, und er hat die Welt umsegelt. Als Amerikaner, stellt er fest, hat er immer mehr Probleme Visa zur Einreise in verschiedene Länder zu erhalten. So musste er in Kenia ein Flugzeug nehmen, um in die Türkei zu gelangen, weil er für Äthiopien kein Visum erhalten konnte. Gleiches gilt für den Iran und Ägypten – keine Einreisegenehmigung. Robert, ist seit 3 Monaten unterwegs und den ganzen Weg von Berlin hierher geradelt. In der Türkei haben sich die beiden Freunde getroffen um dann Georgien, Armenien abzufahren und jetzt sind sie wieder auf dem Rückweg in die Türkei. Da wir ohnehin auch Mittag machen wollten, fangen wir direkt am Straßenrand an zu kochen, wir machen Rühreier mit Zwiebelwurst und Tomaten und unterhalten uns. Es ist spannend zu hören, was die beiden erlebt haben und wo sie schon waren. Das nötigt uns allerhöchsten Respekt ab.

Sie wollen in die gleiche Richtung auch über diesen Gebirgszug. Da es bereits spät ist, ziehen wir die beiden hinter unserem LKW ein Stück den Berg hinauf. Das Gepäck haben wir bei uns eingeladen. Nun sind wir ja bereits mit unserem LKW etwas auffällig und die Leute schauen, aber jetzt ziehen wir auch noch 2 Radfahrer hinter uns her. Da staunen nun wirklich alle die uns sehen. Zunächst noch Teerstraße durch eine Ortschaft, mit teils eher baufälligen Häusern, aber von der Architektur lässt sich erahnen, welch wunderschöne Häuser das einmal gewesen sein mussten.
Bald wird die Straße schlechter und es geht bergauf wir stoppen an einem Schlagbaum, werden registriert und begutachtet, die Autonummer wird in einem großen Buch erfasst und wir dürfen weiter. Jetzt sind wir im Borjomi-Kharagauli Nationalpark.
Kurz danach wird die Straße immer schlechter, zu Anfang große Steine und Schotter, bald dann sehr tiefe ausgewaschene Wasserrinnen. Der Aufbau unseres Shumba schwingt bedenklich weit hin und her, der ganz LKW schaukelt, obwohl wir weniger als im Schritttempo dahin „crawlen". Ich laufe voran und weise ein um sicherzustellen, dass beide Reifen auf den Kanten der Rinnen bleiben und wir nicht zu schräg kommen. Langsam wird es dunkel.
Glücklicherweise finden wir an der Straße eine kleine Lichtung wo neben unserem LKW auch noch das Zelt Platz hat. Etwas geschafft aber glücklich essen wir zusammen, diskutieren über Gott und die Welt trinken Wein und Schnaps und lauschen zu später Stunde der Okulele von Rick.
Am Morgen strahlt die Sonne, der Kopf ist jedoch schwer. Zuviel georgischer Schnaps, Wein und Bier. Langsam lassen wir es angehen, bevor wir uns erst gegen 14:00 Uhr wieder auf den Weg machen, schließlich sind es auf der Karte ja nur ca. 50 km bis nach Baghdati, der nächstgrößeren Stadt.
Aber zuerst müssen wir weiter und die Straße wird immer schlimmer. Immer häufiger müssen wir aussteigen und schauen wie es weitergeht, und wenn natürlich nur im Schritttempo. Durch die ganz tiefen Rinne müssen wir Steine unterbauen, um sie queren zu können und nicht Gefahr zulaufen, dass der LKW zu sehr in Schräglage gerät oder abrutscht, weil die Spur zu eng oder zu breit ist. Das wollen wir nicht herausfordern. Ich laufe wieder die meiste Zeit neben dem Truck her, um Klaus anzudeuten und von außen zu unterstützen.
Als wir mal gerade richtig hängen und am Bauen sind, kommt ein Auto die Straße hoch. Das Erste das wir hier hochfahren sehen. Ein alter Bus, Marke unbekannt, hinten 8 junge Leute drin, und ein Fahrer. Sie beschreiben uns den weiteren Weg nach oben, der Fahrer kennt sich aus, er macht uns nicht viel Hoffnung, dass die Straße besser wird, aber oben seien ein paar Häuser, da könne man übernachten und es wird freier werden, wir kommen bald über die Baumgrenze. Wir quälen uns weiter hinauf und kommen tatsächlich um 18:30 kurz vor Sonnenuntergang an. Wir haben heute 9km gefahren in 4,5 Stunden, mit einem Durschnittsverbrauch von 111 Litern! Welch ein Schnitt!
Die 8 Studenten haben sich hier oben auf dem Bergsattel in einer der Hütten für 2 Tage eingenistet und laden uns sofort ein, zu ihnen zu kommen, mit ihnen auf den Gipfel zu gehen. Nach unserem Abendessen besuchen wir die jungen Leute noch einmal in ihrer Hütte, sie machen Musik, lesen Poems und sind einfach nur gut drauf. Völlig natürlich und total freundlich, wir fühlen uns willkommen. Völlig überrascht sind wir als wir erfahren, wie gut diese Jugendlichen Englisch sprechen, ein junge Frau spricht sehr gut Deutsch, eine andere Französisch. Sie studieren in Tiblisi, Jura oder Politikwissenschaften in verschiedenen Fachrichtungen. Es macht richtig Spaß dabei zu sein.
Am nächsten Mittag verabschieden wir uns und fahren weiter.
Mari, Irma, Dito, Gio, Salome, Zero, Io, Vato – Vielen Dank für den netten Abend, und Eure Gastfreundschaft!

   Landesroute


Die Strecke wird besser – bald sind wir auf dem Pass – 2280m ist der höchste Punkt. Ein absolut traumhafter Blick über den kleinen Kaukasus bis hinüber zu den schneebedeckten Gipfeln des großen Kaukasus und zurück in die Gipfel in der Türkei. Das lässt sich nicht fotografieren oder einfangen, nur in unseren Gedanken wird es hängen bleiben. Es geht langsam bergab, auch auf diesem Weg müssen wir stellenweise Löcher mit Steinen auslegen um weiterfahren zu können. Ganz langsam im Schritttempo kommen wir voran. Vorbei an eingewinterten Almen, entlang einer sehr tiefen Klamm.  
Und dann plötzlich, nach einer Kurve stehen wir vor dem abrupten Ende des heutigen Fahrtages! Ein riesiger Baum liegt schräg über der Straße. Windbruch, auf der einen Seite noch mit der Wurzel in der Erde, auf der anderen mit dem Wipfel im Wald. Mit einem Lada kommt man unten durch, aber nicht mit unserem 3,70m hohen Weltreise Expeditionsmobil! Wir beratschlagen kurz. Zurückfahren? Nein danke! Das kommt überhaupt nicht in Frage. Wir müssen selbst ran. Gesagt getan. Wir packen unsere kleine Kettensäge aus. Und nach dem Betanken und Montieren der Kette „sind die Waldarbeiter" auch schon am Werk. Ich backe derweil Brot, koche Tee und bereite das Essen vor.
Heute sind wir immerhin 19 km in 5,5 Stunden gefahren es ist die 3. Nacht im Park – für insgesamt 47 km.
Nach nicht mal einer Stunde kracht es und der Baum ist erst mal an einer Seite von der Wurzel getrennt und fällt in die Straße hinein. Das erste Stück ist geschafft, der Zweite Schnitt wird noch angefangen, in der Dunkelheit ist es aber zu gefährlich fortzufahren. Wir werden uns das morgen bei Tageslicht noch mal genauer anschauen. Die Situation ist nicht ganz ungefährlich, man kann nie genau wissen in welche Richtung der Baum fallen wird. Es ist ein richtig schwerer Brocken.
Am nächsten Morgen nach einem kräftigen Frühstück hängen wir den Baum direkt gleich mit einem Abschleppgurt an den LKW. Nach einem gehörigen Ruck hören wir es auch schon krachen. Der Baum bricht entzwei, der Stamm kann weggezogen werden und die Straße ist für uns frei. Na also – wer sagt’s denn, das ging insgesamt besser als erwartet.
Wir packen alles zusammen und weiter geht’s. Nach noch ein paar kniffligen Situationen erreichen wir am Nachmittag Sairme – einen Kurort, Thermalbad. Ab hier sind wir endlich wieder auf der Teerstraße.




                                                  
        




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3 Nächte und 4 Tage in Georgien sind wir insgesamt 67 km gefahren, davon 47 km durch diesen Nationalpark mit einem Durchschnittsverbrauch von 65,9 Litern. Es war teilweise hart und grenzwertig aber am Ende hat es auch Spaß gemacht und vor allem die Landschaft hat für vieles entschädigt.
Kurz nach Sairme verabschieden sich Robert und Rick, sie müssen in 14 Tagen in Istanbul sein. Jetzt sind wir wieder alleine und fahren über Baghdati nach Kutaisi und weiter nach Sablati. Jetzt erst nach 4 Tagen sehen wir etwas von dem Leben in Georgien. Die Menschen arbeiten viel an ihren Häusern, je nach Geldbeutel wird renoviert und saniert. Dazwischen sehen wir aber auch viel Zerfall und Hinterlassenschaften aus sowjetischer Zeit. Auffällig, sind die vielen teuren Autos, Mercedes und BMW wird gerne gefahren.
Die Nacht verbringen wir heute auf dem Parkplatz vor dem Sablati Naturpark. Wir wollen richtig ausschlafen und uns von den Strapazen der letzten Tage erholen. Außerdem sollten wir mal wieder unsere Emails checken. Das tun wir dann auch, und so wechseln erst am späten Nachmittag den Standort nach Tskaltubo, wo wir die nächste Nacht auf dem Parkplatz vor der „Prometheus Höhle" verbringen.
Diese Höhle wollen wir morgen besichtigen. Sie soll die schönste und größte der vielen Karsthöhlen in dieser Region sein. Insgesamt ist die Höhle 15km lang, und als Besucher kann man 1400m durchlaufen.  Bei strahlendem Sonnenschein gehen wir gegen Mittag in die Höhle.
Den gesamten Weg begleitet uns klassische Musik und die Höhle ist herrlich illuminiert. Wir schließen uns einer jüdischen Gruppe an deren Führung in englischer Sprache ist. Man lässt uns in Ruhe hinterherlaufen, so haben wir genug Zeit zu fotografieren und die Höhle zu bewundern.
So gegen 15.00 Uhr fahren wir den gleichen Weg wie wir gekommen sind Richtung Tskaltubo wieder zurück nach Kutaisi, um von dort nach Gelati zu fahren. Gelati ist eines der bedeutendsten Klöster in Georgien. Eine auf einem Hügel ganz herrlich gelegene Kirchenanlage mit angeschlossener Akademie. Kloster und Akademie wurden in den Jahren 1106-25 errichtet und sind noch sehr gut erhalten. Wir verbringen die Nacht auf dem Parkplatz der Kirche mit einem herrlichen Sonnenuntergang über Kutaisi. Im Hintergrund in den hohen Bergen des Kaukasus blitzt es.
Am nächsten Morgen strahlt der Planet schon wieder. Wir haben wirklich Glück mit dem Wetter. Bisher hatten wir tagsüber so um die 30 Grad und nachts kühlt es dann ab auf ca. 14 Grad. Heute wollen wir weiter Richtung Tiflis, um von dort dann die Georgische Heeresstrasse zu fahren. Eine alte Karawanenstrecke über die 100 v.Chr. schon berichtet wurde. Die kürzeste und zugleich gefährlichste und beschwerlichste Route über den Großen Kaukasus wurde im zaristischen Russland mehr und mehr zu einer für das Heer nutzbaren Straße ausgebaut und im Jahre 1799 offiziell zur Heerstraße ernannt.
Autofahren in Georgien ist stellenweise an Irrsinn nicht mehr zu toppen. Mit eine unfassbaren Risikobereitschaft wird überholt und gerast was das Zeug hält. Gar nicht dran zu denken, dass die Autos auch noch irgendwelchen Sicherheitskriterien zu entsprechen haben. Bei durchgezogener Linie auf normaler Landstraße werden da ganz schnell aus 2 Spuren 3 Spuren gemacht wobei die beiden äußeren bereits von LKW’s befahren sind – dies bedeutet ein PLKW drängt sich bei kurviger Straße zwischen durch.




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Bei starkem Gegenwind fahren wir Richtung Kazuhiro über den Rikotsi Pass auf eine Ebene 650m hoch. An den Straßen werden Tonsachen, Körbe, Gestricktes, Honig und sonst allerlei Essbares angeboten. Versorgen tun wir uns in erster Linie von dem Angebot am Straßenrand, direkt von den Bauern. Wir fahren an Gori, der Geburtsstadt Stalins, vorbei und nützen es, dass wir auf guter Betonautobahn, übrigens Maut frei, schnell vom Fleck kommen.
Die Leute hier in Georgien sind überall sehr freundlich. Manche wirken auf den ersten Blick vielleicht etwas verschlossen, das ändert sich jedoch sofort, wenn man sie anlächelt. Dann blitzen in den meist sonnengegerbten Gesichtern die strahlenden Augen mit den Goldzähnen um die Wette.
So kommen wir allmählich in die Ebene um Tiflis, um nördlich der Stadt nach Norden abzubiegen auf die zunächst sehr gut ausgebaute Teerstraße Richtung Russland.
Unser erster Stopp auf dieser Strecke ist die Festung Ananuri am Ufer des Stausees von Shinwali. Hier treffen wir auf Manuela und Rudi. Sie sind mit einem MAN LE220 unterwegs und kommen gerade aus Armenien. Wir parken unsere LKW’s unterhalb der Burg am See und verbringen den Abend gemeinsam. Dabei stellt sich heraus, dass die beiden „alte Georgien Hasen" sind. Sie waren schon mehrmals hier in Georgien und auch in anderen Oststaaten, und so kommt es, dass sie uns den Abend äußerst interessante Geschichten von ihren Reisen, übrigens auch nach Russland, erzählen. Gespannt hören wir zu. Am nächsten Morgen regnet es. Nach weiterer Fachsimpelei am nächsten Morgen fahren wir gegen Mittag weiter nach Norden. Es geht immer den Agwari entlang hinauf und ab Kwema Mleti schlängelt sich die Straße in vielen Serpentinen nach oben. In Gudauri, dem Wintersportort Georgiens, rüstet man fleißig für den nahenden Winter auf. Ob all diese Hotelburgen dann ausgebucht sein werden, keine Ahnung. Nach Gudauri wird die Straße schlechter, durch viele Schlaglöcher und über verschiedene Teerreste hinweg holpern wir den Kreuzpass hinauf auf 2395m und wieder hinunter Richtung Stepanzminda dem ehemaligen Kasbegi. Es öffnet sich ein breites Tal und hier liegt Stepanzminda, einer der wenigen Orte in Georgien, wo man auf Touristen trifft. Mittlerweile scheint die Sonne, und wie wir da gerade so auf dem Hauptplatz stehen, öffnet sich die Wolkendecke und da steht er, der Kasbek, ein erloschener Vulkan. Mit 5033m der zweithöchste Berg Georgiens und der siebthöchste Berg des Großen Kaukasus. Ein fantastischer Anblick, ganz nah scheint er. Wo wir schon mal hier sind, fahren wir auch noch die 11 Kilometer weiter durch die enge Darjal-Schlucht zur sowjetischen Grenze. Für uns ist hier Schluss. Dieser Grenzübergang ist nur für Russen und Georgier geöffnet, aber so ganz sicher ist das wohl auch nicht. Wir fahren die 11km wieder zurück und finden auf einer Wiese kurz vor Stepanzminda ein nettes Plätzchen mit tollem Blick auf den Kasbek. Bei kaltem Wind, eingehüllt in unsere Decken, sitzen wir noch ein wenig in der Sonne und schauen in die Berge. Einfach herrlich hier!
Am nächsten Morgen, wieder strahlender Sonnenschein, der Berg leuchtet in seiner ganzen Pracht und wir wandern die 6km hinauf zu der Wallfahrtskirche Zminda-Sameba, die über dem Ort thront. Diese Kirche ist aus dem 14. Jh. Und zieht wohl viele in ihren Bann. Es ist einer der Höhepunkte der Fahrt entlang der Georgischen Heerstraße. Sie thront auf einem Bergkegel oberhalb der Baumgrenze. Wir genießen unsere Brotzeit hier oben in dieser überwältigenden Kulisse. Im Hintergrund zieht sich der Kasbek in eine Wolkenhülle zurück, ein erhabenes Schauspiel.

Als wir wieder unten sind am Shumba, hält ein Auto und ein hochdeutsch sprechender Mann kommt auf uns zu. Er sei deutscher Braumeister in Tiflis und hätte einen Träger Bier übrig, den könnten wir haben. Da sagen wir ganz bestimmt nicht nein! Wir reden noch ein wenig mit ihm, bedanken uns und machen uns dann wieder auf die Rückfahrt Richtung Tiflis.
Diese Nacht verbringen wir auf dem Parkplatz eines, den Sommer über geschlossenen, Hotel in Gudauri.
Am nächsten Morgen fahren wir nach Mtskheta, das immer noch religiöse Zentrum Georgiens. Diese Stadt wirkt unglaublich aufgeräumt und sauber. Wunderschöne, renovierte, aus Stein gebaute Häuser laden die Besucher ein durch die engen Gassen zu schlendern.
Wir besuchen zunächst die Samtawro Kirche. Eine der ältesten Kirchengebäude auf georgischen Boden überhaupt aus dem 4Jh. Eine sehr spartanische Kirche, die allein durch ihre Einfachheit besticht. Später am Abend besuchen wir noch das Viertel rund um die Basilika von Mtskheta, die Sweti-Zchoweli Kirche. Eine wirklich imposante Basilika aus dem 11 Jh., die wegen ihrer Bescheidenheit umso beeindruckender ist.
Wir bleiben einfach einen Tag hier in Mtskheta stehen und gönnen uns einen freien Tag. Wir haben ausgiebig gefaulenzt, gelesen und geschlafen, mehr nicht.

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Teil II - Mtskheta - Sadakhlo / Grenze Armenien        23.10. - 25.10.2012        208 km
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Tiflis und die Shopping Mall
Jetzt sind wir gerade mal 5 Wochen unterwegs und trotzdem hat uns der Besuch der Tiflis Shopping Mall, anscheinend ganz neu eröffnet, sehr gut getan. Danke an Manuela und Rudi für diesen Tipp!
Unsere Wurst, Käse, Fleischvorräte waren aufgebraucht und so haben wir die Einkaufstour im erst kürzlich geöffneten Carefour sichtlich genossen. Deutsche Landbutter, Franziskaner Hefeweissbier, Französischer Käse, Italienische Salami – nicht dass wir das unbedingt bräuchten, nein! Aber ganz ehrlich, gereizt hat es uns schon. Das lokale Bier, und die anderen lokalen Produkte tun es natürlich auch und sie sind gar nicht schlecht. Aber beim Anblick des Rinderfilets zum Kilopreis von 29,50 Lari umgerechnet ca. 1,40€, da läuft uns schon das Wasser im Mund zusammen. Wir brauchen nicht lange zu überlegen, wir decken uns richtig ein. Noch dazu wo die freundlichen Herren hinter der Theke auch noch Vakuum einpacken. Alles Bestens!
So haben wir ca. 4 Stunden Einkaufsbummel und dann im LKW Alles verstauen hinter uns, als wir gegen 17.00 Uhr Richtung Tiflis Innenstadt aufbrechen, um uns dort am Lake Lisi, einem Naherholungsgebiet mit kleinem Badesee, für die Nacht niederzulassen. Es macht nichts. Heute versäumen wir nichts, es ist bewölkt und regnet immer wieder. Am Abend verstauen wir die restlichen Vorräte und planen unsere Tour durch Armenien.
Am nächsten Morgen, so ab 08:00 Uhr, wir sind gerade aufgestanden, ist der Parkplatz vor unserem Auto schon gefüllt. Der geneigte Georgier, der was auf sich hält, kommt zu dieser Zeit in den Park. Gestylt im neuesten Trainingsanzug, einen langen Stock in Händen, bewegt er sich stockschwingender weise leger dahin, um nach ½ Stunde wieder in sein KFZ zu steigen und wieder abzufahren. Aber immerhin, Bewegung tut gut. Nach einem, angesichts dieser Bilder, sehr amüsanten Frühstück geht es für uns Tiflis „Downtown". Wir suchen die Altstadt und finden die Flaniermeile. Von Chanel bis Gucci, hier ist alles vertreten. Die Fassade stimmt, schöne, renovierte und sanierte, auf Hochglanz gebrachte alte Häuser, doch in den Hinterhöfen stapelt sich der Krempel und der Schutt. Immerhin es ist ein Anfang gemacht.
Tja, und dann sind da noch die Frauen. Aufgebrezelt und gestylt von früh bis spät. Manche wirklich sehr schick, manche aber schauen aus, als wären sie gerade irgendeinem Etablissement entsprungen. Manchmal wäre weniger einfach mehr.
Und an den Rändern der Stadt, der bekannte Hochhausgürtel, der seine besten Jahre bereits lange hinter sich hat, sanierungsbedürftig und marod. Doch wer soll bezahlen? Der Verkehr ist, wie in jeder Großstadt, wuselig, man muss halt Mitfahren und, ganz wichtig, hupen! So, wie es die Leute hier auch machen, Devise: Hauptsache laut!
Auf holpriger Straße verlassen wir Tiflis am frühen Nachmittag, um auf der M7 Richtung Süden nach Sadakhlo zur Grenze nach Armenien zu fahren. Wir kommen gut voran Der Himmel ist grau in grau aber es regnet nicht.
Auf der georgischen Seite ist die Grenze ein schöner Neubau, sehr modern. Alles läuft ruhig und schnell ab. Ein Beamter will „das Haus", wie er es nennt, von innen sehen. Das war es dann auch schon, Pässe noch abstempeln, fertig.


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Bildergalerie  Georgien

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