Reisebericht Simbabwe - Weltenbummler Shumba - Weltreise mit dem Allrad Reisemobil

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                    Reisebericht Simbabwe

                                     19.05. - 12.07.2016



   Landesroute



Währung:
Diesel Pr
eis:
Einreise:
Ausreise:
Gesamt km:
Visum:


US$ 1€ = 1,12    05/16
1,00 €/Ltr

Kazungula

Plumtree

3.362 km

an der Grenze



                                                  
        

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Teil I >  Kazungula - Mount Darwin                    19.05. - 31.05.2016               1.371 km

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Entlang dem Sambesi

Entgegen aller Gerüchte über die unfreundlichen Polizisten und die schlimmen Abzockmethoden in Simbabwe, sind wir über die professionelle Abwicklung und die Freundlichkeit mit der wir an der Grenze „bearbeitet“ werden, sehr überrascht.

Unser erstes Ziel im Land wird die kleine alte Stadt Viktoria Falls sein. Als wir im November die berühmten Wasserfälle auf Sambia Seite besucht hatten, führte der Sambesi sehr wenig Wasser. Jetzt ist die Regenzeit vorüber und wir sind gespannt. Nach einer kurzen Stadt Besichtigung und dem Kauf einer Simkarte besuchen wir das altehrwürdige Victoria Falls Hotel. Es ist ein traditionsreiches Kolonialhotel, das in seiner 100 jährigen Geschichte seinen Charakter und seinen eigenen Charme bewahrt hat. Wir wandern durch den herrlichen Garten, von wo aus man einen fantastischen Blick auf die hohen Gischtfontänen der Wasserfälle hat. Diesmal hat es zu viel Wasser, einige Besucher erzählen uns, dass sie bei ihrem Besuch der Fälle nicht einmal die Abbruchkante erkennen konnten.

Jetzt endlich, genug des Touristenprogrammes, geht es weiter ins Landesinnere. Wir werden dem Sambesi folgen. Auf einer guten Schotterpiste fahren wir einen Höhenzug entlang, durch Lichtungen im dichten Busch erhaschen wir immer wieder einen tollen Ausblick zurück auf die Gischt der Wasserfälle und verstehen jetzt umso mehr, warum die Einheimischen die Wasserfälle „Mosi-Oa-Tunya - Donnernder Rauch“ nennen.

Die kleinen Grundstücke sind mit Zäunen aus dicken Balken eingegrenzt und picobello gefegt. Mit einem herzlichen offenen Lachen winken uns die Menschen zu. Da geht einem das Herz auf. Die Frauen tragen die bunten, farbenprächtigen Wickeltücher. Die Babys sind fest auf den Rücken gebunden, die Waren balancieren sie  elegant auf dem Kopf. Es ist wieder Afrika!

Der Abstecher zu dem kleinen Nest Mlibizi, direkt am Fluss, hat sich nicht gelohnt. Immerhin erstehen wir schönen großen Sambesi Barsch. Das Abendessen ist somit gesichert. Auch in Binga, der nächsten größeren Ortschaft, gelingt es uns nicht, direkt an den Kariba See heranzukommen. So  übernachten wir eben in der gepflegten Anlage des Kulizwe Hotels.

Weiter geht es immer in Richtung Osten. Vorbei an den Stelzenhäusern der Tonga, eben diesem Volk, das aus dem Gebiet des heutigen Stausees umgesiedelt wurde. ... weiterlesen...

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Teil II >  Mount Darwin - Mount Selinda             31.05. - 21.06.2016               930 km

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Die Eastern Highlands

Auf sehr einsamer Piste fahren wir weiter nach Süden, in die Nähe der Grenze zu Mozambik, langsam nähern wir uns den Eastern Highlands. Ab Ruwangwa „klettern“ wir auf einer guten Teerstraße sukzessive nach oben. Häuser und kleine Weiler „kleben“ an den Hängen und die vielen Felder sind beinahe terrassenförmig angeordnet. Die Landschaft ist grandios.

Wir besuchen die Farm Nyamoro, hier soll es Molkereiprodukte geben. Freundlich werden wir von Angeline begrüßt. Die Madame, wie sie ihre Chefin nennt, ist nicht hier, solange kümmert sie sich um Haus und Hof. Sie lacht und schiebt jedem von uns einen Teller mit Käsekuchen, garniert mit warmen Früchten, über den Tisch. Wow, ist der lecker! Jede Menge Marmeladengläser stehen in dem kleinen Farmladen und da können wir nicht widerstehen. Es ist richtig gemütlich hier und es gefällt uns auf Anhieb. Spontan fragen wir, ob wir eine Nacht bleiben dürfen. Kein Problem, wir können gerne ein paar Tage bleiben, die Madame hat sicher nichts dagegen. Super!

Es war einmal eine große Farm, doch mittlerweile haben sie schon verkleinert. Früher haben sie auch Blumen und Kartoffeln für den Export gezüchtet und Fische aus dem nahegelegenen Damm verkauft. Das alles geht heute nicht mehr. Von damals 150 Arbeitern ist die Belegschaft jetzt auf 50 geschrumpft. Damit konzentriert man sich auf Kühe, Gänse, Schafe, Hühner und Milchprodukte.
Mit den zwei frechen Labradorhunden machen wir ausgedehnte Spaziergänge über die Farm. Die Herzlichkeit und die Offenheit der Menschen erlaubt uns einen kleinen Einblick in das Farmleben zu erhaschen. Einige erzählen uns von ihrer Situation und wie gut früher alles war und wie teuer heute alles geworden ist. Die Löhne liegen zwischen 70US$ und 100 US$/Monat und das reicht oft nur zum Überleben. Doch die Menschen sind froh, überhaupt Arbeit zu haben, zu viele Farmen wurden enteignet. Zu schade, dass Madame Debbes nicht hier ist, wir hätten so gerne mit ihr persönlich gesprochen und mehr erfahren. Angeline verwöhnt uns drei Tage mit frisch gebackenem Käsekuchen, Scones und frischer Marmelade.

Der kleine Ort Troutbeck liegt auf etwa 2000m, in guten Zeiten war es einmal ein Luftkurort für die Städter. ... weiterlesen...




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Teil III >  Mount Selinda - Plumtree                    21.06. - 12.07.2016               1.061 km

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Im Süden

Weiter entlang an der Grenze zu Mozambique verlassen wir nun auch das Middleveld hinunter in das Lowveld, wo wir uns nur mehr zwischen 200m und 500m bewegen. Die Landschaft verändert sich deutlich, das üppige Grün verschwindet, es löst sich ab mit Buschwald und geht langsam in die Savanne über. Die Straße ist extrem schlecht. Hier scheint es sehr mühsam zu sein, dem Boden Fruchtbares abzuringen. Die Menschen sind arm, leicht zu erkennen an ihren Hütten, der Kleidung, den zerfetzten Schuhen. Die ersten Baobabs tauchen in der Landschaft auf und die Temperaturen gehen in Richtung der 30 Grad Marke. Im Sommer ist es hier extrem heiß, sehr oft bis zu 48 Grad im Schatten, sagt man uns.

Es ist interessant zu beobachten, wie die Menschen zusammen arbeiten. Wir haben den Eindruck, dass es neben der traditionellen Rollenverteilung auch eine gemeinsame Erledigung der z.B. Feldarbeit gibt und speziell die Männer nicht so herumlungern, wie wir es in anderen Ländern schon beobachtet haben. Wir sehen wie Männer und Frauen gemeinsam einen ganz schlechten Straßenabschnitt ausbessern, indem sie Löcher zuschütten, Steine schleppen, Büsche abhacken. Als wir vorbei kommen, klatschen, winken und rufen sie uns freudig zu. In anderen Ländern haben Menschen, die Ähnliches getan haben, die Straße blockiert und nach Geld gefragt.

Bei einer kleineren Flussdurchquerung müssen wir mal wieder „Forstarbeit“ leisten. Eine Kurve ist für uns zu eng, und so müssen wir den Bewuchs der Uferböschung dezimieren. Ein paar Männer, eigentlich auf dem Weg in die nächste Kneipe, man kann ihr Vorhaben bereits riechen, helfen uns mit allem Elan, Steine heranzubringen und die, mit dem LKW herausgerissenen, Büsche und Bäume zu beseitigen.

Bereits bei der Anfahrt zum Gonarezhou Nationalpark fällt uns der nagelneue Elektrozaun auf, an dem man sehr lange entlangfahren muss, bis man schließlich zum Eingang in das vorgelagerte „Malilangwe Conservation“ Gebiet kommt. Von hier sind es noch ungefähr 35 km bis zum eigentlichen Parkeingang bei Chipinda Pools. Eine sehr freundliche junge Dame frägt in Harare die noch freien Camps ab, natürlich mit unserem Handy. Buchen und bezahlen können wir dann bei ihr. Eigentlich müsste man, wie so oft, vorreservieren. ... weiterlesen...



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FAZIT                       54 Tage   -    3.362 km

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Lange haben wir überlegt, ob wir überhaupt nach Simbabwe fahren sollten. Zu viele negative Geschichten und Gerüchte kursieren über die Zustände im Land. Wir haben auch einige Reisende getroffen, die uns klar gesagt haben: „Simbabwe nie wieder, zu viel Korruption und Abzocke.“
Wir haben uns schließlich doch für das Land entschieden. Zu neugierig waren wir darauf, jetzt selbst zu sehen, was, nach all den Schwierigkeiten der letzten beiden Jahrzehnte, aus diesem wunderschönen Land geworden ist.
Das erste Mal haben wir das Land 1993 besucht, damals war es noch der Brotkorb Afrikas, vor allem des südlichen Afrika. Auf unseren Reisen in den Jahren 2002 und 2003 konnten wir die enteigneten und teilweise zerschossenen Farmen sehen, haben Schwarze erlebt, die zwar jetzt auf den Ruinen einer ehemals weißen Farm leben, aber nicht das Geld hatten, sich Streichhölzer und eine Kerze zu kaufen. Die Inflation war so unfassbar hoch, dass das Geld wahrlich auf der Straße lag. Diese hatte ihren Höhepunkt im Frühjahr 2009 mit unvorstellbaren 230 Millionen Prozent!! Die Supermärkte waren leer und Benzin bzw. Diesel gab es, wenn überhaupt, nur auf dem Schwarzmarkt. Das war das Resultat von Präsident Mugabes „Landreform“. Simbabwe war jetzt nicht mehr der Brotkorb, es war das Armenhaus Afrikas geworden.
Und nun der Reihe nach: Wir sind dieses mal 56 Tage im Land unterwegs gewesen und haben es nicht ein einziges Mal bereut. Nie hatten wir das Gefühl abgezockt zu werden. Frisches Gemüse und Obst kann man, ohne zu handeln, an den Straßen kaufen. In den Supermärkten der größeren Städte bekommt man alles, was man braucht und noch mehr. In den ländlichen Gebieten allerdings, findet man in den Läden nur das Allernötigste.
Simbabwe ist landschaftlich phantastisch und sehr vielseitig, und obwohl die Straßen stellenweise sehr schlecht sind, macht es Spaß, durch das Land zu fahren. Die Bevölkerung ist unglaublich herzlich und freundlich. Es scheint grad so, als freuten sich die Menschen über unseren Besuch. Ihre Gastfreundschaft ist großartig, obwohl sie arm sind und häufig, außer Sadza (Maisbrei), nichts zu essen haben.
Kommt man näher mit den Menschen ins Gespräch, wirken sie dann doch eher bedrückt, die fehlenden Perspektiven lassen hin und wieder Resignation spürbar werden. Kein Wunder bei der momentanen Arbeitslosenquote von 90% (!). Doch es sind ehrliche, fleißige und anständige Menschen. Wann immer wir auf einer Strecke ein Problem hatten, dauerte es nicht lange und von irgendwo her kam jemand, der dann ohne viel Aufhebens mit angepackt hat. Wir haben die Menschen als aufmerksam und sehr hilfsbereit erlebt
Simbabwe im Winter zu bereisen, war eine gute Idee. Das Wetter ist gut und es ist nicht so heiß, die Luft ist klar und der Himmel strahlend blau, meistens jedenfalls. Wir konnten gut in alle Gebiete, ob Berge oder Lowveld, reisen.
Zu den Aussagen über Polizeikontrollen können wir lediglich Folgendes beitragen: Wir sind hauptsächlich Schotterpiste gefahren. Während der 7 Wochen, die wir im Land waren, haben wir insgesamt 31 Polizeikontrollen gesehen, diese in der Regel an Kreuzungen von Teerstraßen. Wir wurden 24 Mal freundlich durch gewunken und 5 Mal angehalten und angesprochen. Lediglich 1 Mal wurden die Lichter kontrolliert und 1 Mal das Carnet de Passage. Die Situationen waren immer freundlich und korrekt, also absolut in Ordnung.
Es ist wichtig, genügend US$ in das Land mitzunehmen. Wir hatten Schwierigkeiten an Bankautomaten Geld zu ziehen und Kreditkartenzahlungen sind so gut wie unmöglich.
In der letzten Woche, die wir im Land waren, fingen Unruhen und Generalstreiks an. Die Bevölkerung fing an, sich gegen ihre Regierung aufzulehnen. Es lässt den Schluss zu, dass über kurz oder lang eine Änderung bevorsteht. (Mehr darüber im Reisebericht.)
Für uns gibt es keinen Grund, nicht in dieses Land zu fahren. Die Menschen sind so unglaublich, sie haben es verdient, dass man sie besucht. Es gibt ihnen Freude und außerdem die Zuversicht, dass man sie „draußen“ nicht ganz vergessen hat.
Von ganzem Herzen ist es diesen Menschen zu wünschen, dass bald eine Wende eintritt und dieses Land wieder zu dem wird, was es einmal war: Der Brotkorb Afrikas.


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BILDERGALERIEN   

Simbabwe -
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Botswana III

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