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Reisebericht Sudan
21.03. - 15.04.2014


   Landesroute



Währung:
Diesel Pr
eis:
Einreise:
Ausreise:
Gesamt km:
Visum:


1€ = ca. 11,16 Sud. Pfund Stand 04/2014
0,30 € /Ltr

Suakin

Gelabat
3.599 km
Berlin / Dubai


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Teil I >  Hafen Suakin - Meroe        
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Irgendwie kamen wir mit dem Irrglauben an, dieses Land sei wie die anderen islamischen Länder nur ärmer. Doch weit gefehlt! Der Sudan ist zweifelsohne ein afrikanisches Land begleitet mit einem Hauch Arabien. Wir sehen dunkelhäutige Menschen, Männer mit Turban und Jalabiya, Frauen mit bunten, den Körper kunstvoll umhüllenden Tüchern. Das ist Afrika: die Armut, die Art zu leben, das Lachen der Menschen.

Schon der erste Eindruck in der Nacht ist sehr positiv. Im ersten Ort treffen wir zufällig einige Leute vom Schiff wieder und sitzen bei Foul und Pfefferminztee an einem Lokal auf einem staubigen Platz gemütlich zusammen. Es gibt leider kein kühles Bier dazu, das gibt es nirgends im Land. Im Sudan gelten die Gesetze der Scharia. Wer Alkohol trinkt, riskiert es, öffentlich ausgepeitscht zu werden. Nach der Grenzprozedur weckt das einfache Essen unsere Lebensgeister und öffnet uns die Augen für das Geschehen um uns herum. Die Gerüche, die Farben, die Musik, die lachenden Gesichter es ist eine teilweise fremde, durchwegs heitere und keineswegs eine bedrohlich wirkende „neue" Welt.

Suakin ist der älteste Hafen Sudans. Auf Suakin Island kamen die Mekka Pilger Nordafrikas zusammen, um mit Schiffen nach Jeddah bzw. Mekka zu fahren. Die alte Korallenstadt ist zerfallen nur einige Gebäuderuinen und alte Moscheen zeugen von der alten Zeit. Suakin war lange Zeit auch ein Sklavenhafen.    ... weiterlesen...




                                                  
        

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Teil II >  Shendi - Gallabat / Grenze Äthiopien            
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Nach 2 Nächten fahren wir weiter nach Shendi. Die Stadt bietet nichts Sehenswertes. Wir kommen hier zufällig an einigen Autowerkstätten vorbei, in denen die berühmten alten Bedford LKW repariert werden. Diese ursprünglich britischen Fahrzeuge sind eine Besonderheit in Sudan. Die Fahrzeuge werden modifiziert, was nichts anderes bedeutet, als dass sie rundum verstärkt, aber auch verlängert und verbreitert werden. Ausgestattet mit sehr massiven Sitzbänken auf der Ladefläche, sind sie dann für die rauen Rüttelpisten, die vielen Schlaglöcher und schwere Beladung ideal geeignet. Manche sind wahre Kunstwerke. Die Besitzer sind sehr stolz auf ihre fantasievoll bemalten und dekorierten Fahrzeuge. In diesem Werkstattviertel gibt es nichts was nicht repariert wird. Alte Wartburg, Toyota, Land Rover, für alles gibt es hier Ersatzteile, alles wird repariert. Für Neues gibt es kein Geld. Wir sind ganz begeistert.
Hier treffen wir Dr. Taho. Er besitzt eine Farm im Norden Shendis und erklärt uns, dass es dem Sudan hauptsächlich an Ausbildung mangele. Es gibt viele Leute mit Geld, aber sie wissen nicht wie sie es investieren können. Auch das Vermarkten von Waren wie z.B. sein Gemüse, sei ein Problem. Man bleibe auf den Waren sitzen, da es kaum Exportmöglichkeiten gibt. Bei Kaffee und Tee sprechen wir noch lange darüber, aber auch über die Unterschiede zwischen unseren Kulturen, die Scharia und die afrikanischen Wurzeln der Sudanesen. Auch das Müllproblem sprechen wir an. Bis hierher haben wir in ganz Sudan 3 Mülltonnen gesehen. Uns wird immer ganz anders, wenn wir unseren feinsäuberlich gesammelten Müll auf den großen Haufen vor dem Ort werden. Wissend, dass Hunde oder Ziegen die Tüten auseinander reißen und er dann wie all der andere Müll durch die Gegend fliegt. Die besten Vorzeichen auf menschliche Ansammlungen sind stets die vielen Plastiktüten, die wie Lametta in den Büschen und Sträuchern hängen.    ... weiterlesen...




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Fazit Sudan           
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Ach, wenn es nur nicht so verdammt heiß gewesen wäre! Uns hat die Hitze vertrieben, sonst wären wir auf alle Fälle länger in diesem tollen Land geblieben. Nur einen Monat früher einzureisen wäre ideal gewesen.

Nirgends vorher haben wir eine derartige Herzlichkeit, Offenheit und Toleranz erlebt. Diese Menschen sind unglaublich hilfsbereit, ohne dafür irgendetwas zu erwarten. Überall wird man mindestens zu Tee oder Kaffee eingeladen. Egal wie arm sie sind, sie lachen dich an als wärst du der beste Freund. Sie freuen sich einfach, dass man ihr Land besucht. Trotz der politischen Schwierigkeiten, der Separierung von Südsudan und der jahrelangen Bürgerkriege, die Herzlichkeit der Menschen scheint ungetrübt.

Wir hatten gelesen, dass den Sudanesen der Ruf anhaftet, die gastfreundlichsten und herzlichsten Menschen zu sein. Nach den Erlebnissen im Oman dachten wir tatsächlich nicht, dass es eine „Steigerung" geben könnte, und vielleicht ist es auch nicht fair diese beiden Länder zu vergleichen. Die Omanis werden es uns verzeihen, unserer jetzigen Erfahrung nach gibt es diese Steigerung und wir können diesen Ruf nur bestätigen.

Es ist ein absolut sicheres Reiseland, wenn man sich an die Sicherheitsgebote hält und den Kriegs- und Risikogebieten fernbleibt. Mal abgesehen davon, dass man keine Reisegenehmigung für diese Gebiete erhalten würde. Und obwohl es viele Straßenkontrollen gibt, die meisten winken einfach nur lachend durch, ganz wenige wollen die Pässe sehen, und ganz wenige wollen ins Fahrzeug schauen, bedeutet Reisen im Sudan ist absolut entspanntes Reisen.

Wohlgemerkt wir waren im Osten und im Norden des Landes unterwegs und sind im Süden direkt an die Grenze nach Äthiopien gefahren. Leider konnten wir die wunderbaren Nuba Berge, wo Leni Riefenstahl für mehrere Jahre das Volk der Nuba studiert und fotografiert hat, nicht bereisen, weil dort seit langem bereits eine Art Guerillakrieg herrscht. Im Darfour, ein Gebiet so groß wie Frankreich, herrscht nach wie vor Bürgerkrieg und somit ist auch dieser Landstrich nicht bereisbar. Große Teile des Landes sind somit von der Routenplanung ausgeschlossen, allerdings hat der große „Rest" unglaublich viel zu bieten.

Wir hoffen sehr, dass das Land sein riesiges Müllproblem einigermaßen in den Griff bekommt, dass die politischen Schwierigkeiten und die Korruption geringer werden und dass das viele, durch Erdöl verdiente, Geld nicht weiterhin zum Großteil in Militär fließt, sondern viel mehr in Ausbildung und Infrastruktur investiert wird.

Spricht man in der westlichen Welt noch über Darfur oder Südsudan, oder gar über die Region der Nuba?

Wenn dieses Land international mehr Beachtung erhalten würde, die Menschen hätten sie verdient.



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Bildergalerien:       Sudan    I - der Osten und die Nubische Wüste
                                   Sudan  II - am Nil entlang
                                   Sudan III - am Nil und der Süden
                                   ... Menschen
                                   ... Fahrzeuge

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