Reisebericht Madagaskar - Weltenbummler Shumba - Weltreise mit dem Allrad Reisemobil

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                    Reisebericht Madagaskar

                                     16.09. - 26.10.2016



   Landesroute



Währung:
Diesel Pr
eis:
Einreise:
Ausreise:
Gesamt km:
Visum:


Ariary 1€ = 3.450    09/16
0,87 €/Ltr

Antananarivo

Antananarivo

3.908 km, davon 66% Piste

am Flughafen



                                                  
        

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Teil I >  Antananarivo - Vangaindrano           16.09. - 26.09.2016                   923 km.

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Das Hochland

Unsere Bekannte Jeanet bringt uns früh morgens zum Flughafen. Gleich beim Einchecken erfahren wir, dass wir 3(!) kg Übergepäck haben und dafür viel Geld bezahlen sollen. Also packen wir um.
Der Flughafen in Johannesburg ist riesig, gefühltes kilometerweites Laufen vom Check-In bis zum Abflugterminal. Kurz noch in den Duty-free, Geschenke kaufen und dann mit dem letzten Bus zum Flieger. Nach 3,5 Stunden landen wir pünktlich und werden wie versprochen abgeholt.

Das erste was uns auffällt, hier ist Rechtsverkehr. Für uns ganz ungewohnt. Adafi, unser Fahrer, bringt uns durch die engen kopfsteingepflasterten Straßen von Antananarivo in unser Hotel, Villa Sibylle. Hier bleiben wir erst einmal drei Nächte, um uns zu organisieren, zu akklimatisieren, Information einzuholen und Gespräche zu führen.
Freundlich werden wir von Klaus, dem deutschen Besitzer, und Nicole, seiner madagassischen Frau, empfangen. Sofort fängt er uns zu erklären, warum Madagaskar so anders ist, als andere afrikanische Länder und gibt uns auch direkt einige der „ungeschriebenen Regeln“, die auf der Insel wohl zu Hauf existieren, mit auf den Weg. Aber langsam! Wir sind doch gerade erst angekommen.
Bei einem gemütlichen Abendessen, zu dem auch noch zwei andere Gäste stoßen, erfahren wir noch mehr aus dem schier unerschöpflichen Erfahrungsschatz von Klaus.

Wir besprechen unsere Streckenplanung mit Klaus und er ist zunächst mal erschrocken über unser Vorhaben. Das wollt ihr alleine fahren? Ohne Chauffeur? Ihr werdet Euch wundern! Meint er, der die Insel wie seine Westentasche kennt.

Unser Auto steht bereits hier im Hof. Rein äußerlich macht der Nissan einen guten Eindruck. Hohes verstärktes Fahrwerk, Schnorchel für die Wasserdurchfahrten, Stahlstoßstangen und Winde. Doch das Equipment ist eine Katastrophe. Ein Gartentisch aus Plastik für 6 Personen, der nur diagonal in den Stauraum passt, ist dabei die Krönung.  ... weiterlesen...

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Teil II >  Vangaindrano - Taolagnaro           26.09. - 03.10.2016               481 km

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Die Ostküste

Je näher wir der Stadt Vangaindrano kommen, „dem Land, wo man Wasser kaufen kann“, umso mehr öffnet sich die Landschaft in eine weite fruchtbare Ebene, die durchzogen ist von breiten Flüssen. Es sind viele Menschen unterwegs auf dem Weg von der Stadt oder in die Stadt. Es ist Markttag und auch wir mischen uns ins Getümmel, kaufen das eine und das andere und erstehen leckeres Brot. Plötzlich spüre ich im Getümmel ein Fummeln an meiner rechten hinteren Poobacke. Ich reagiere schnell, der Reißverschluss ist schon auf, und ich sehe noch, wie der Junge im Gewühl der Menschen verschwindet. In der Tasche habe ich nur ein paar Geldscheine, es sind alle noch da. Auch das kommt vor.

Für die Weiterfahrt müssen wir mit dem Auto die schmale Straße direkt durch den Markt nehmen. Sich so durchzudrängeln ist für uns immer wieder ein eigenartiges Gefühl. Doch die Menschen finden es ganz normal, ziehen ihre Matten ein Stückchen zur Seite und beachten uns weiter gar nicht.

Die Teerstraße endet in Vangaindrano und es beginnt eine wirklich schreckliche Piste. Die ausgefahrenen Spurrillen sind teilweise so tief, dass wir aus der Seitenscheibe auf die Straße greifen können. Mit etwas mehr als Schrittgeschwindigkeit, sehr oft in der zugeschalteten Untersetzung, bewegen wir uns voran.

Direkt am Meer finden wir einen schönen Übernachtungsplatz. Es ist unsere erste Nacht im Freien und wir sind schon gespannt, wie es werden wird, wie die Menschen auf uns reagieren werden. Wir beginnen zu kochen, bauen unser Zelt auf, alles ganz normal. Ein junger Mann mit einem Maki auf der Schulter kommt des Wegs. Er stellt uns seinen wuscheligen Freund vor, der gerne Banane isst, dann geht er weiter. Ein paar Jungs kommen vorbei, sagen „Hallo“ im Vorbeigehen. Das war’s. Auch am Morgen warten keine Kinderscharen vor unserem Zelt. In einiger Entfernung liegen ein paar Kinder im Sand und schauen neugierig zu uns herüber. Natürlich haben wir, bevor wir uns hier niedergelassen haben, im Ort gefragt, ob wir hier schlafen dürfen. Man hat uns dringend angeraten, immer zu fragen, um nicht gegen irgendein „Fady“ zu verstoßen, das könnte u.U. ungemütlich werden. Fadys sind ein Netz aus Regeln, Geboten und Verboten, die das soziale Leben einer Gemeinschaft bestimmen. In der Hauptsache geht es für uns Europäer darum, daß durch unser Verhalten nicht irgendwelche „heilige“ Orte gefrevelt werden. Uns erscheinen manche Fadys absurd, so zum Beispiel, wenn wir hören, dass es Orte auf der Insel gibt, in denen Zwillingsgeburten als großes Unglück angesehen werden. In diesem Fall wird ein Baby gleich nach der Geburt ausgesetzt oder sogar getötet. Es ist schlechtes Fady, Zwilllinge zu haben.  ... weiterlesen...



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Teil III >  Taolagnaro - Manja           03.10. - 15.10.2016                       1.176 km

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Bei den Dornenmenschen

Die Umgebung von Taolagnaro ist sehr fruchtbar und daher auch dicht besiedelt. Hauptverkehrsmittel für Mensch und Transport sind Fahrräder. Es sind wahre Pack-Künstler, drei riesige Kohlensäcke und oben drauf noch zwei Bierträger sind keine Seltenheit auf einem Fahrrad. Und wer eine weite Strecke vor sich hat, fährt mit einem der großen Transport LKWs. Doch bequem ist anders! Auf der Ladefläche sitzen die Menschen zwar auf Bänken, doch diese sind über der Ladung angebracht und bieten gerade mal so viel Platz, dass man die Knie „an den Ohren anlegen kann“. Sitzriesen haben mit Sicherheit ein Problem.

Nach einigen Kilometern verliert sich auch das letzte Stück Teerstraße in den mit Wasser gefüllten Schlaglöchern und unsere Durchschnittsgeschwindigkeit reduziert sich wieder einmal auf ca. 10 km/h. Die Straße bleibt abenteuerlich. In den Dörfern erleben wir herzzerreißende Anblicke schmutziger Kinder in Lumpen und zerrissenen Sachen. Alte Menschen und Mütter mit Kindern betteln und strecken uns die Hände entgegen. Die Armut ist extrem.

Wir überqueren eine kleine Passhöhe und befinden uns daraufhin in einer anderen Klimazone. Hier sind kaum noch Menschen unterwegs, es ist kein geeigneter Lebensraum für Mensch und Tier. Es ist steinig, sandig und noch heißer.

Bei dem kleinen Ort Amboasary durchqueren wir riesige Sisalfelder. Es ist der wichtigste Arbeitgeber im Süden. Die Felder, sowohl als auch der kleine Ort, werden vom größten Fluss des Südens, dem Mandrara. Versorgt. Doch zur jetzigen Jahreszeit ist der Fluss nur noch ein Rinnsal.
Immer wieder sehen wir kleine Obelisken am Straßenrand. Es sind Grabdenkmäler. Die Stämme im Süden der Insel beerdigen ihre Toten nicht sofort. Sie bringen den Leichnamen an einen versteckten Ort, so dass die Seele Zeit hat, den Körper zu verlassen. Und erst später werden die sterblichen Überreste begraben.

Der Untergrund wird immer sandiger. Zum Großteil bestimmt kräftig dunkelroter Sand das Landschaftsbild. Pünktlich um 14.00 Uhr setzt der tägliche Regen ein. Doch wir erreichen noch den nächsten Ort. Ambovombe ist das schrecklichste Dorf, das wir bisher auf Madagaskar gesehen haben. Staubig, schmutzig, viele herumlungernde, fertige Gestalten, die Ärmsten der Armen, barfuß und eingehüllt in löchrigen Decken. Müll und Ochsenkarren bestimmen das Straßenbild.  ... weiterlesen...



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Teil IV >  Manja - Antananarivo           15.10. - 26.10.2016                        1.328 km

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Die Westküste

Auf einer Wiese an einem kleinen Dorf etwa 20km weiter halten wir an. Sofort werden wir beobachtet, doch die Bewohner nähern sich uns erst gar nicht. Im Gegenteil, wenn ich ihnen entgehen gehe, lassen sie ihre Eimer fallen und laufen davon. Ganz zögerlich kommt erst eine junge Frau und dann ein paar Jugendliche, die ihre Rinder nach Hause treiben, auf uns zu. Wir versuchen unser Anliegen mit Händen und Füssen zu erklären. Keiner spricht auch nur ein Wort Französisch. Sie scheinen sich schlicht nicht vorstellen zu können, dass wir hier schlafen wollen. Ein älterer Mann kommt dazu und es gelingt uns, ihm schließlich klar zu machen, was wir wollen. Er bringt uns mitten ins Dorf, zu dem Dorfplatz und deutet, hier sollen wir schlafen. Nein, nein, wir wollen nicht stören. Und so bauen wir unser Zelt 100 Meter abseits unter einer größeren Baumgruppe auf. Natürlich unter der Beobachtung einiger Kinder und Frauen.

Am Morgen, sobald die Dorfbewohner eine Bewegung bei uns wahrgenommen haben, ist die komplette Kinderschar um unser Fahrzeug und das Zelt versammelt. Sie sind neugierig aber nicht aufdringlich. Natürlich fördert alles was sie zu sehen bekommen ihr Begehr, sie könnten alles brauchen. Bei dem alten Mann, mit dem wir am Vortag gesprochen haben, bedanken wir uns mit ein paar Lebensmitteln. Es war letztlich eine gute Entscheidung nicht in diesem schrecklichen Hotel zu bleiben. Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen ist fantastisch, wir hatten viel Spaß.

Auf einer Sandpiste mal holprig, mal tief, doch insgesamt sehr gut befahrbar machen wir unseren Weg durch die savannenähnliche Landschaft. Auch die paar Flussdurchfahrten sind kein Problem. Wir sind in dem Gebiet der pastoral lebenden Sakalafa. Es sind Rinderzüchter und dazu betreiben sie ein wenig Anbau zum Eigenbedarf. Vieles in der Gegend ähnelt anderen Gegenden in Afrika, die wir schon gesehen haben, so zum Beispiel die Bauweise der Häuser. Diese Bauweise haben wir so schon in Nordmozambique bestaunt.

Je näher wir Belo sur Mer kommen, umso lauter und drängender werden die Rufe und Aktionen der Kinder, aber auch der Frauen. Sie verlangen nach T-Shirts, Bonbons, Stifte… . Ja, wir sind im Touristengebiet angekommen.

Belo sur Mer ist ein verschlafenes Städtchen, das nur 5 Monate im Jahr erreichbar ist, da es abseits auf einer Landzunge direkt am Meer liegt. Durch ein Schwemmgebiet und das Salzabbaugebiet erreicht man den Ort, der landesweit bekannt ist, zum einen wegen der Salzgewinnung, aber auch wegen des traditionellen Bootsbaus.
Wir finden eine bezaubernde, kleine Bungalowanlage und fühlen uns gleich wohl. Das ständige Geschaukle auf übelsten Pisten nervt gelegentlich.  ... weiterlesen...

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Fazit

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Madagaskar ist anders!

Diesen Satz hört und liest man landläufig, wenn man anfängt sich mit der viertgrößten Insel der Erde zu beschäftigen. Aber anders als was?
 
Nach unserer sehr intensiven sechswöchigen Reise können wir bestätigen, dass Madagaskar anders ist, als all die afrikanischen Länder, die wir bisher bereist haben. Und es ist eines der ärmsten Länder, die wir bisher erlebt haben. Wir haben Bilder gesehen, die im Gedächtnis bleiben, erst schockierend, doch wie so oft, gewöhnt man sich allmählich daran, wendet sich von dem Elend ab, und weist Bettler auch zurück.

Gleich vorweg sei bemerkt, Zeit ist das Wichtigste, was man mitbringen sollte, zum einen wegen der oft extrem schlechten Pisten, zum anderen wegen dem Kontakt zu den Menschen. Wer nur kürzer als 3 Wochen Zeit hat, sollte nicht auf eigene Faust losfahren, das lohnt sich nicht. Die Strecken sind weit und die Straßen wirklich schlecht.

Die Insel bietet grandiose, weite, unberührte Landschaften. Wir hatten mehr Regenwald erwartet, doch auf unserer Strecke sind große Teile der Wälder der Brandrodung geopfert worden.

Wie es so unsere Art ist, sind wir sehr einfach gereist. Wir waren sehr nah in Kontakt mit den Menschen und von daher, war es für uns extrem interessant und unterhaltsam. Sind die Menschen zu Anfang Weißen gegenüber eher zögerlich und zurückhaltend, öffnen sie sich dann doch schnell und sind zugänglich, freundlich und nett. Die Menschen sind überhaupt nicht aufdringlich, eher liebenswürdig und leise. Unsere Erfahrungen waren durchwegs sehr positiv.

Die Sprache ist Französisch, jedoch spricht das kaum jemand in den ländlichen Gegenden. Englisch wird sehr selten gesprochen.

Der Verkehr ist auch nicht schlimmer, als in anderen Ländern Afrikas, ......  ... weiterlesen...

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Südafrika

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Madagaskar -
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