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Reisebericht Tansania
04.08.2014 - 24.08.2014

21.11.2014 - 20.06.2015


   Landesroute



Währung:
Diesel Pr
eis:
Einreise:
Ausreise:
Gesamt km:
Visum:


1€ = 2.200 TS 08/14 - 2.104 TS 02/15
0,92 €/Ltr

Horo Horo                        Rusumu

Loitokitok                         "Unity Bridge" One
6.889 km                              
an der Grenze                     

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Teil I >  Horo Horo - Terekea           04.08. - 24.08.2014          842 km

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Horo Horo ist ein kleiner Grenzübergang. Die Abfertigung ist völlig problemlos und freundlich. Gleich danach empfängt uns eine breite, perfekt geteerte Straße, sogar Straßenschilder gibt es hier.
Tanga, eine gemütliche Hafenstadt, ist unser erster Halt. Unübersehbar der deutsche Uhrturm von 1901 und das Gebäude des ehemaligen Hamburger Sisalkontors. Ansonsten ist nichts mehr vorhanden aus der deutschen Kolonialzeit vor dem ersten Weltkrieg. Uns erinnert Tanga sehr stark an Städte im Oman. Die Bevölkerung ist hauptsächlich islamisch, die Frauen tragen bunte Gewänder, die Männer tragen die weißen Häubchen. Ganze Straßenzüge sind Souk-ähnliche Ladenzeilen, in denen die Bohnen- und Reissäcke bis auf die Straße stehen. Die Menschen rufen und winken uns zu. Auffällig in Tanga ist, dass selbst die schönen Häuser am „Ocean Drive", der Uferpromenade, wo die besser gestellten Familien nicht mit Elektro- oder Stacheldrahtzäunen gesichert sind. Die Gegend scheint sicher zu sein.

Wir wollen mit einer Dhau nach Sansibar und so suchen wir uns in Pangani, einem ehemaligen Sklavenhafen, eine Frachtdhau, die uns mitsamt Motorrad mitnimmt. Wir haben Glück beim dritten Anlauf finden wir tatsächlich ein fast leeres Schiff. Wir müssen um 21:00 Uhr da sein, um mit der Ebbe das Motorrad einladen zu können. Dann liegt das Schiff auf der Seite und die Besatzung kann das Motorrad, ohne Steg und Brett, in das Schiff hieven. Auch wir gehen an Bord und machen es uns zwischen den Seemännern auf den harten Brettern gemütlich. Um 01:00 Uhr, mit der einlaufenden Flut legen sie ab und verlegen den Standort in die Mitte des Flusses. Erst gegen 04:00 Uhr soll die Dhau auslaufen. Aber das klappt nicht. Das Schiff hat sich in einer Ankerleine verfangen und trotz schieben, Wasser abpumpen bekommen sie das Boot nicht frei.     ... weiterlesen...




                                                  
        

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Teil II >  Rusumu - Mwanza       21.11.2014 - heute      407 km

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An der Grenze bei Rusumu verabschieden wir uns von einem netten ruandischen Zollbeamten. Auf der anderen Seite laufen wir wieder von Schalter zu Schalter, um unser Visum zu bekommen, die Stempel auf die Carnets zu erhalten und damit verbunden, die Roadtax abdrücken „zu dürfen“. Nach langer Diskussion zahlen wir „erstmal“ US$ 50,00, da wir ja „nur“ nach Mwanza, an den Viktoriasee fahren. Dennoch dauert der gesamte Einreisevorgang nicht länger als 30 Minuten und die Verantwortlichen sind sehr freundlich.

 
Ach ja, wir sind wieder in Afrika …! Wie schnell und wie gerne man sich doch an geordnete Zustände gewöhnt.
 
Direkt wird die Landschaft anders, weiter, offener nicht mehr nur Hügel und Felder. Die Besiedlung wird weniger, nur einige Hausdächer blitzen in der saftig grünen Landschaft. Und, Tansania ist leise, kein Kindergeschrei, kein „give me, give me“, die Menschen lachen und winken. Die Straßen haben riesige Schlaglöcher, tief wie Treppenabsätze. Wir genießen die Weite und, dass nicht überall sofort Menschen um uns herum sind.
 
Wir sind im Nordwesten des Landes im Gebiet der Sukuma, mit 15% bilden sie den größten Anteil der Bevölkerung in dieser Region. Die Sukuma leben vom Ackerbau und von Viehzucht und rund um den Viktoriasee vom Fischfang.  ...weiterlesen...

 
 



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Teil III >   Mwanza - Arusha       09.02. - 18.04.2015      780 km

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Wir brechen wieder auf!

Gegen Mittag verabschieden wir uns von Wiebke und ihrer Mannschaft. Fünf Wochen sind eine lange Zeit, da lernt man sich schon kennen und mögen und wir haben uns sehr wohlgefühlt am Viktoriasee. Es hat uns gut getan mal länger an einem Ort zu sein, vor allem wird der Kontakt zu den Menschen intensiver. Auf dem tollen Markt in Mwanza füllen wir unsere Vorräte auf und fahren los in Richtung Norden, in die Serengeti.
 
Ja, wir leisten uns den Eintritt in den wildreichsten Nationalpark der Erde. Wofür die horrenden Eintrittsgelder jedoch verwendet werden, ist uns bereits nach kurzer Zeit im Park schleierhaft. Sicher nicht für den Erhalt der Straßen und Pisten, die sind in einem schrecklichen Zustand.
 
Wir beide sind ja sozusagen mit Bernhard Grzimek aufgewachsen und sein Spruch „Die Serengeti darf nicht sterben!“ ist uns immer noch in Erinnerung. Dank seines immensen Engagements wurde dieses einmalige Schutzgebiet mit dem Masai Mara Nationalpark in Kenia verbunden und zusätzlich wurden um den eigentlichen Nationalpark noch andere Schutzgebiete angegliedert. Durch diese Pufferzonen ist sichergestellt, dass sich das einmalige Naturwunder, die jährliche „Wanderung der Gnus“ und die Viehherden der ansässigen Bevölkerung nicht „in die Quere“ kommen.
 
Die endlosen Tiersavannen und die vielseitige Landschaft der Serengeti sind ein Erlebnis: Die große Anzahl der Tiere ebenso. Wir stellen uns vor, was hier los ist, wenn die große Migration stattfindet. Dann bewegen sich fast zwei Millionen Gnus in einem jahrhundertealten Zyklus durch Tansania und Kenia. Zahlreiche fettgefressene riesige Krokodile warten scheinbar schon jetzt im Grumeti Fluss auf ihre Beute.
 

Zahlreiche Tsetse-Fliegen......  ...weiterlesen...




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Teil IV >  Arusha - Tanganjika See - "Unity Brücke" 1       18.04.-20.06.2015      3.220 km

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Die Strecke ab Mwanza führt quer durch das Hinterland des großen Viktoriasees. Wir kommen auf den holprigen Straßen gut voran. Ab Nyanzani ist es vorbei mit der Teerstraße und es geht gleich richtig zur Sache. Schlaglöcher so groß und tief wie Kinderplanschbecken machen ein zügiges Vorankommen unmöglich. Die Landschaft ist hügelig, dicht bewachsen und die Erde ist, wie man es in Afrika erwartet, dunkelrot. Keine Stromleitung stört das Bild. Es scheint, als wenn dieser Landstrich vom Rest Tansanias vergessen wurde. Die Menschen sind arm, häufig sind das bisschen Kleidung am Leib nur noch Fetzen. Haupttransportmittel für Mensch und Ware ist das Fahrrad, egal wofür, Bretter, Bäume, Ziegelsteine… . Die kleinen Ortschaften entlang der Straße sind trostlos und häufig teilweise zerfallen.
 
Spät am Abend kommen wir in Kigoma an, der einzigen tansanischen Stadt am Lake Tanganjika. Einst deutsche Garnisonsstadt ist Kigoma heute die wichtigste Hafenstadt am gesamten See. Von hier werden alle möglichen Waren in Richtung Demokratische Republik Kongo verschifft. Die Bahnlinie aus Daressalam endet hier.
Am Jacobsen Beach Campsite, der einzigen Campingmöglichkeit lernen wir Susi, Paul, Astrid und Hans kennen. Alle vier sind „alte Afrikahasen“ und schon viel rumgekommen. Sie verbringen gerade ihren 4-wöchigen Urlaub in Tansania. Gemeinsam verbringen wir zwei lustige, kurzweilige Abende miteinander.
Die beschauliche, großflächige Stadt Kigoma bietet einen einzigartigen Markt. Viele Waren sind auf Grund der weiten Entfernung hier teurer als in Mwanza. Gleich neben Kigoma liegt Ujiji, eine ehemalige arabische Siedlung, immer noch sehr moslemisch geprägt. Einst lag dieser Ort auf der Sklavenroute der Araber aus Zentralafrika. Geblieben sind ein kleiner uriger Hafen und eine lange Hauptstraße aus Kopfsteinpflaster. Dr. David Livingstone, der berühmte Afrikaforscher hat hier in Ujiji gelebt, und unter einem Mangobaum neben einem einfachen Museum steht dann auch ein Gedenkstein.
 
Nach einem ausgiebigen Bad im erfrischenden Seewasser nehmen wir unsere Fahrt in Richtung Süden auf. Die ersten 100km sind Teerstraße und ab Uvinza geht es weiter auf guter Piste durch Baum- und Buschwald. Entgegen unseren Erwartungen ist der Zustand der Piste gut. Aber wir wollen es nicht verschreien, wer weiß was noch kommt. Zuviel schlechtes haben wir über diese Strecke schon gehört und gelesen. Unterwegs ist es sehr schwierig Übernachtungsplätze zu finden, es ist alles sehr dicht bewachsen. Wählerisch darf man hier nicht sein. Die Straße bleibt weiterhin besser als gedacht bzw. als erwartet. Hin und wieder erlauben Schneisen im Wald einen Blick auf die atemberaubende Weite nach Westen Richtung Tanganjika See bzw. auf die hohen Berge des Kongo. ...weiterlesen...



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Fazit

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Tansania! Ein Land der Superlative! Kein anderes afrikanisches Land hat so viele Naturwunder zu bieten, ist so vielschichtig wie Tansania. Die touristischen Highlights sind definitiv die arabisch geprägte Küste mit den vorgelagerten Inseln wie Sansibar, Serengeti, Ngorongoro Krater, Zugang zu den 3 großen Seen wie Viktoria, Tanganjika und Malawi, die Hochebenen des afrikanischen Rift Valleys, sowie viele riesige Nationalparks.
 
Tansania hat aber auch andere Seiten. Offen zugängliche kleine Läden, keine hinter Stacheldraht verbarrikadierten Häuser, freundliche und offene Menschen, die ihre Traditionen leben und pflegen. Dennoch ist es eine Gesellschaft mit viel Bürokratie und hoher Korruption. Die Entwicklung schreitet voran in Tansania. Mit chinesischer Unterstützung werden Straßen gebaut, bis in den hintersten Winkel des Landes werden Glasfaserkabel verlegt und das Telefonnetz ist gut. Dennoch gibt es auch noch die ländlichen Gebiete die weder Strom- noch Wasserversorgung haben und die Frauen und Kinder das Wasser in Kanistern Kilometerweit heranschleppen. Die Aids Rate ist hoch, die Lebenserwartung niedrig, die medizinische Versorgung lässt zu wünschen übrig. Tansania ist eines der Länder in Afrika in denen noch immer mit am meisten gefälschten Arzneien verkauft werden, insbesondere gegen Malaria oder Wurmerkrankungen.
 
Es ist beeindruckend, spielende Kinder zu sehen. Sie toben umher, spielen mit, aus Plastiktüten oder Stofffetzen gewickelten, Bällen, oder mit kleinen Drahtautos an Stecken oder sie treiben alte Reifen mit Hilfe eines Stockes vor sich her. Das Lachen auf den Gesichtern dieser Kinder kommt von ganzem Herzen. Die können sich mit so wenig beschäftigen und wirken dabei so glücklich. Man kann ihnen nur von Herzen wünschen, dass sie gesund bleiben.
 
Uns hat Tansania ausnehmend gut gefallen und wir haben uns durchwegs sicher gefühlt. Der einzige Wehrmutstropfen unserer Meinung nach, die Eintritte in die Nationalparks für ausländische Besucher total überteuert.

Tansania ist für uns „Afrika vom Feinsten“.



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Tansania  I -  Der Nordosten und Sansibar

Tansania II - Am Viktoriasee

Tansania III - In den Glutkessel Tansanias

Tansania IV - Der Tanganjika und der Süden

... Menschen in Tansania

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