Reisebericht Namibia Teil I - Weltenbummler Shumba - Weltreise mit dem Allrad Reisemobil

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Reisebericht Namibia


Die Etosha Pfanne und die Küste

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Teil I >  Mahembo - Windhoek                         10.11. - 04.12.2015                          2.939 km

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Nach dem Grenzübertritt ist erst einmal „Strecke machen“ angesagt. Von Mohambo über Rundu, Grootfontein nach Tsumeb, zu unserem nächsten Ziel, dem Etosha Nationalpark. Wir fahren über das Lindequist Tor, den Osteingang, in das größte namibische Naturschutzgebiet ein.
 
Nach „dem Chobe“ kommt uns „die Etosha“ vor wie ein Zoo. Die Straßen sind gut ausgebaut und die Camps sind auf Massentourismus eingestellt. Unterwegs sehen wir nur wenige Tiere. Die riesige 5000m² große Pfanne ist trocken und die Tiere sind in der Hitze auf künstliche Wasserlöcher angewiesen. So sehen wir erst nachts im Camp in Okaukuejo 2 Rhinozeros, 4 Löwen und einige Elefanten.
 
Seit kurzer Zeit ist die Ost-West-Durchquerung des Parks gestattet und natürlich machen wir uns auf den Weg zu dem westlichsten und neuestem Camp „Olifantsrus“. Mit nur 10 Campingstellplätzen ist es ein sehr schönes gepflegtes Camp und die neue Aussichtsplattform direkt an einem Wasserloch ermöglicht Tierbeobachtungen ohne viel Aufwand. Mit vielen Tieren ist es zudem ein toller Beobachtungsplatz. Ansonsten gibt die Strecke nicht viel her.
Die Sonne steigt tagsüber auf circa 40 Grad, doch nachts kühlt es auf ca. 18 Grad merklich ab. Die Landschaft hat sich verändert, der rote Kalahari Sand hat den weißen Sand der Etosha abgelöst. Wäre nicht das üble Wellblech auf den Pisten, hätte man eine entspannte Fahrt durch die weite Ebene im Westen des Etosha NP.
 
Diese Rüttelpisten gehen so richtig aufs Material und so wird aus einem geplanten, normalen Ruhetag im Oppikoppi Camp, in Kamanjab, ein Reparaturstopp. Unsere Bremsschutzbleche sind ab vibriert und außerdem ist das Wärmeleitblech des Auspuffs lose, ein Bolzen der Gasflaschenhalterung ist abgebrochen. Afrika, bzw. seine Pisten fordern ihren Tribut.
 
Nach zwei Tagen Reparaturen, die wir mit Hilfe von Vital, dem Besitzer von Oppikoppi bewältigen, fahren wir weiter in Richtung Khorixas. Es ist ein kleines staubiges Nest mit Supermarkt und Tankstelle. Wir sind im Damara Gebiet und viele dieser „Eingeborenen“ sehen wir auch hier vor den Einkaufsmöglichkeiten. Ansonsten merkt man die Parallelgesellschaft schon sehr. Wir haben kaum noch Kontakt zu Farbigen Menschen, im Grunde nur noch zu Unseresgleichen, schade!
Die Landschaft ist trocken und karg, die Piste jedoch ist gut. Es ist eine breite Schotterstraße, eine Pad, wie man sie in Namibia eben hat. Wir kommen zügig voran.

                                                  


Wir wollen unserem Besuch die berühmten Felsmalereien von Twyfelfontein zeigen. Doch bereits bei der Anfahrt sind wir von diesem touristischen Hotspot abgeschreckt. Es ist ja schon klar, dass sich nach 20 Jahren etwas verändert, aber so!? Von dem, mit Steinen markierten, Parkplatz geht es vorbei an einem Kassenhäuschen, in dem eine relativ gelangweilte Kassiererin sitzt. Durch ein kleines Museum kommt man auf die vorgegebenen Wege. Zu den Sehenswürdigkeiten gibt es Pfade verschiedener Schwierigkeitsgrade, die man auch nur mit Führer gehen darf. In einem kleinen dazugehörigen Café werden kalte Getränke verkauft. Lauthals tauschen sich die Teilnehmer einer deutschen Reisegruppe über das eben Gesehene aus.
 
Wir verzichten auf die Besichtigung. Unter den gesehenen Umständen reizt es uns nicht und der Vater ist ohnehin nicht so gut zu Fuß. Wir genießen lieber die wirklich tolle Landschaft, die man gottseidank (noch) nicht verändern kann, und fahren weiter. Wir finden einen tollen Schlafplatz nicht weit entfernt in der Umgebung des „verbrannten Berges“. Natürlich darf man offiziell hier nicht übernachten, aber heute geniert das keinen mehr. Leider pfeift uns der Wind so stark den Staub um die Nase, dass wir uns sehr bald nach innen verziehen und ausnahmsweise mal das gemütliche Beisammensitzen gegen einen Videoabend austauschen.
 
Am nächsten Morgen fahren wir weiter zu einem „ versteinertem Wald“. Die teilweise vollständig erhaltenen großen versteinerten Stämme liegen wild durcheinander in der Landschaft. Sehr gut kann man noch die Jahresringe erkennen und selbst die versteinerte Rinde schaut echt aus.
 
Bei Torra Bay erreichen wir die berühmte Skelettküste. Dieses sagenumwobene Gebiet entlang dem Atlantik ist heute ein riesiges Naturschutzgebiet. Auf den ersten Blick gibt es nichts Besonders zu sehen, doch hier nisten ganz seltene Vogelarten, und in dem weichen Wüstensand sieht man immer wieder die Kriechspuren kleinerer Tiere. Die Dünen der Namib reichen bis ans Meer.
 
Entlang der Küste passiert man Überreste gestrandeter Schiffe, verrostete Kähne, Zeugen eines rauen, mit gefährlichen Strömungen durchzogenen, Küstengebiets. Hier überlebte kaum jemand. Früher war es schier unmöglich, es gab kein Wasser und die Wüste stellte einen längeren Marsch ins Landesinnere unter unglaublich harte Bedingungen. Auch in jüngster Zeit stranden an dieser Küste noch Schiffe, die Strömung ist unberechenbar, und das Wasser ist wegen des von Süden hochkommenden Benguela Stroms schlicht arschkalt.
 
Auch die verrosteten Gerüste, Hinterlassenschaften verlassener Ölbohrstellen, oder auch sonstige industrielle Errichtungen Diamanten zu schürfen, weisen auf die Vergangenheit hin. Hier ist nichts von Dauer. Der Wind pfeift, die Luft ist kalt und die Wellen schlagen ans Ufer. Gischt liegt in der Luft.
 
Nur die hartgesottenen Südwester und Südafrikaner sitzen kurzärmlig mit langen starken Angelruten am Sandstrand und warten geduldig auf den „Catch of the day“. Vielleicht lassen sie ihn auch wieder ins Wasser, wenn es ein seltener Hai ist, vielleicht nehmen sie ihn aber auch mit ans abendliche Braai-Feuer.



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Cape Cross, dieser geschichtsträchtige Ort, an dem der portugiesische Seefahrer Cao als erster Europäer afrikanisches Land betreten hat, ist heute Heimat einer abertausend Tiere starken Robbenkolonie. Schon von weitem kündigt sich dieses Schauspiel durch das Geschrei und den Gestank der Tiere an. Über einen Steg kann man bequem und ohne Angst haben zu müssen, von einem der Seebullen gebissen zu werden, „mitten“ durch die Tierkolonie laufen. Es ist, wie ich finde eines der traurigsten Naturbeispiele in der Tierwelt. Die noch blinden Babys robben schreiend durch und teilweise über andere Tiere. Nur durch das Geschrei finden sich Mütter und Kinder wieder. Sollte jedoch die Mutter oder das Baby nicht gefunden werden, wird es verenden. Keine andere Seehundmutter wird sich kümmern und es säugen. Entsprechend viele klagende Stimmen hört man und viele verendete Kleintierkadaver sieht man. Es ist ein Eindruck, der im Gedächtnis haften bleibt und mit dem wir weiterfahren in die deutscheste aller Städte in Namibia, nach Swakopmund.

 
Und wir haben Glück, die Sonne scheint. Die Touristen flanieren durch die Straßen oder sitzen vor den Cafés, die Stadt vermittelt Leichtigkeit. Leider werden die deutschen Straßennamen wie z.B. Kaiserstraße gegen namibische Namen ausgetauscht. Doch um in der Geschichte zu schwelgen gibt es z.B. ja noch die Adler-Apotheke und das Hotel Deutsches Haus. Auch die alten Häuser werden liebevoll in Stand gehalten. Fast scheint es so, als wenn man doch ein wenig Stolz ist auf das deutsche Erbe. Der Wind bläst vom Meer und wärmer wie max. 25 Grad wird es nicht. Ein angenehmes Klima, das immer mehr deutsche Rentner überzeugt ihren Lebensabend in angenehmen Neubau-Arealen, die volle Versorgung versprechen, zu verbringen.
 
Hier ist alles Deutsch, die Sprache, die Auslagen der Geschäfte, die Buchhandlungen und das deutsche Brauhaus, in dem Eisbein mit Sauerkraut zu den angesagtesten Gerichten gehört.
 
Am nächsten Tag zieht es uns weiter nach Walvis Bay. Die ehemalige Südafrikanische Enklave, die seit geraumer Zeit zu Namibia gehört ist, geplant wie ein Schachbrett und somit sehr einfach zu besichtigen. Walvis‘ ist keine schöne Stadt, eher boomende Industrie- und Hafenstadt, aber doch mit einer wunderschönen Uferpromenade, an der es neben wunderschönen Villen auch noch ausgesprochen viele Flamingos zu sehen gibt.
 
Durch die scheinbar unendliche Weite der Namib geht es von hier weiter ins Landesinnere. Vereinzelt sieht man kleine Hügel, es sind Granitkuppen im gleißenden Licht der Sonne. Und wären da nicht die vielen Strommasten, wäre das Bild an Eintönigkeit nicht zu überbieten. Nach und nach eher schleichend gewinnen wir an Höhe, nur wenige Fahrzeuge kommen uns entgegen. Namibia ist ein dünn besiedeltes Land und hier draußen wird einem die Weite des Landes so richtig bewusst.



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Je mehr wir an Höhe gewinnen, umso rauer wird die Umgebung. Wir fahren durch den Kuiseb Canyon, eine tiefe Schlucht, deren Fluss in der Regenzeit Wasser führt und aus dessen Reservoirs die Stadt Walvis versorgt wird. Durch eine Steinwüste geht es in engen Kurven bergauf und bergab, bis wir auf einer Art Hochebene ankommen. Wir sind wieder im Farmgebiet, alles ist eingezäunt.
 
Die bekannte Farm, und mittlerweile Lodge, Solitaire ist unser nächster Halt. Solitaire liegt an einem verkehrsgünstigen Punkt, denn im Grunde muss fast jeder, der zu den berühmten Dünen des Sossusvlei will, oder von dort kommt, hier vorbei. So hat sich aus dem ehemaligen Farmladen und der farmeigenen Tankstelle eine Art Rasthaus entwickelt. Heute gibt es hier einen Campingplatz, Lodge, Restaurant, eine Tankstelle, einen Farmladen und eine gute Bäckerei mit Café. Der Apfelkuchen ist landesweit bekannt.
 
Mit Glück bekommen wir den letzten Platz auf dem staatlichen Zeltplatz Sesriem, unserem Ausgangspunkt zu den berühmten Dünen des Sossusvlei. Ganz früh am Morgen fahren wir los zu den, in der Morgensonne rot erglühenden, Dünenbergen. Schon die ganze Nacht hindurch hatten wir starken Wind, und der wird auch jetzt am Morgen nicht schwächer. Die letzten Kilometer zu den höchsten Dünen dürfen wir mit unserem Fahrzeug nicht befahren, wir müssen umsteigen in den Shuttle Service, der uns bis zu den letzten Senken (Vleis) sicher durch den tiefen Sand bringt.
 
Wir wandern los, hinein in das Dünenmeer, trotz des starken Windes. Und, gerade wegen des starken Windes ergeben sich fantastische Szenarien. Der in die Luft gewirbelte Sand glitzert immer wieder in der starken Sonne und es gibt unglaubliche Reflektionen. Vieles wirkt verschwommen, fast unwirklich. Dieses Naturschauspiel versetzt uns in eine ganz eigenartige Stimmung.
 
Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir zurück und weiter auf die Farm Hammerstein, wo wir erst einmal den Sand aus allen Ritzen duschen.
 
Durch die Weite des Hochlandes geht es über Mariental und Rehoboth in die Hauptstadt des Landes, nach Windhoek. Die letzten fünf Wochen sind schnell vergangen, und so heißt es für unseren Besuch bald schon packen und Abschied nehmen. Die Reise konnte nur ein Auszug werden, ein Einblick in drei ganz faszinierende Länder, die noch viel, viel mehr zu bieten haben.



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