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Joseph Kony - Ein trauriges Kapitel der Geschichte Ugandas              20.10.2014

 
Joseph Kony ist einer der meistgesuchten Verbrecher der Welt. Er kommt aus dem Stamm der Acholi, im Nordwesten Ugandas, im Dreiländereck an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo und dem Südsudan. Schon mal von ihm gehört?
 
Im Jahr 1987 hat, der offensichtlich geisteskranke, Joseph Kony, der sich selbst für einen Gesandten Jesus hält, die LRA, die Lord‘s Resistance Army, gegründet. Diese Armee hat im Grunde kein eindeutig formuliertes Ziel. Nach eigener Aussage fordern sie einen Staat, der auf Grundsätzen der biblischen Zehn Gebote basiert.
 
In der Region um Gulu und Kitgum, im Nordwesten Ugandas, war die LRA über jahrzehntelang hinweg verantwortlich für Menschenrechtsverletzungen, Massenexekutionen, Verstümmelungen, Entführung von Mädchen und ihre sexuelle Versklavung sowie der Entführung von Kindern und ihre Umfunktionierung zu Kindersoldaten. 
Kony und seine Leute haben Jugendliche und Kinder wie Sklaven gehalten und Mädchen vergewaltigt. Tausende von Kindern wurden „zwangsrekrutiert“ und wenn sie nicht „funktionierten“ wurden andere Kinder gezwungen, sie zu töten oder ihnen schlimme Verstümmelungen zu zufügen, wie zum Beispiel ihnen Finger abzuhaken, Ohren, Nasen und Lippen abzuschneiden.
Mädchen und Frauen mussten auf langen Gewaltmärschen, während des Gehens kleine Holzkohleöfen auf ihren Köpfen tragen und auf diese Weise Essen für die Männer kochen. Viele trugen dabei schwere Brandverletzungen davon.
Um dem Terror Konys zu entkommen sind die Bewohner der Region jahrelang, Tag für Tag, abends von ihren Häusern auf dem Land kilometerweit in die Städte gegangen. Dort haben sie in der Sicherheit der Stadt vor Läden, auf Straßen und in Höfen geschlafen. Am nächsten Morgen gingen sie wieder zurück in ihre Dörfer und auf ihre Felder.
 
Gerüchten zu Folge wird Kony auch vom heutigen Präsidenten Museveni geschützt, nach dem Motto „eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“. Museveni ist in Sachen „Kindersoldaten“ und Zwangsrekrutierungen auch kein unbeschriebenes Blatt. Vor seiner Präsidentschaft wurden unter seiner Führung der NRA Truppen (National Resistance Army) Zehnjährige zum Waffendienst in der Guerillabewegung gezwungen. In Kitgum wurden während der Widerstandskämpfe gegen die LRA 23 Menschen von Museveni abgeschlachtet. Als wir da waren, begingen die Menschen den Jahrestag dieses Massakers. Es bestehen große Zweifel an der politischen Integrität Musevenis.
 
2006 handelte die ugandische Regierung eine Waffenruhe mit der LRA aus, um anschließend in Friedensverhandlungen zu treten. Kony hat diese 2008 abgelehnt. Obwohl ihm Museveni Straffreiheit zugesichert hat.
Heute unterstützen Spezialeinheiten der US Armee die ugandische Armee bei der Suche nach Kony und seinen, in der DR Kongo, verstreuten Einheiten. Auch der UNO Sicherheitsrat hat 2012 einer Entsendung von Truppen zur Zerschlagung der LRA zugestimmt.
 
Bisher ist es nicht gelungen, den Haftbefehl des International Strafgerichtshof in Den Haag umzusetzen. Joseph Kony steht auf der Liste der schlimmsten Verbrecher an Platz 1. Schätzungen sprechen von etwa 500.000 Menschen, die in diesem Konflikt getötet worden sind, und von 800.000 Vertriebenen in den Distrikten GuluPader und Kitgum.
 
In der Kleinstadt Kitgum, wo wir Bev und Wayne von der „Cornerstone Foundation“ kennenlernen, ist fast jede Familie irgendwie betroffen. Die Beiden wissen viel darüber, haben engen Kontakt zu den Familien und haben viele Schießereien und Tragödien selbst erlebt. Sie erzählen uns schauerliche Details.
 
Die Lage in Norduganda ist derzeit ruhig. Doch Kony ist immer noch auf freiem Fuß. Er wechselt seine Stellungen ständig im Schutz des undurchdringlichen Dschungels der DR Kongo und im Südsudan. Auch in Kitgum wird er lt. Wayne hin und wieder gesehen. Sein Onkel lebt neben den Australiern. So ist er weiterhin in der Lage, Kinder und Jugendliche für seine Grausamkeiten zu greifen.

Die Angst, der Frieden könnte brüchig sein, ist unter den Menschen in Kitgum nach wie vor vorhanden. Die körperlichen Wunden heilen, aber die seelischen Traumata bleiben. Hier helfen vor Ort die „Cornerstone Foundation“ von Bev und Wayne und „Rebound“ ein Projekt von World Vision (unterstützt von Wolfgang Niedecken, dem Sänger von BAP und der Firma „Jack Wolfskin“). Sie unterstützen die Waisen, die ehemaligen Kindersoldaten und andere betroffene Jugendlichen wieder eine Perspektive im Leben zu finden.
 
Dieser Teil der Geschichte Ugandas und der Demokratischen Republik Kongo ist so sehr präsent und immer noch aktuell. Nirgendwo auf unserer Reise waren wir bisher derartigen Geschehnissen so nahe. Haben aus erster oder aus zweiter Hand von diesen Dingen erfahren und im Internet weiter dazu recherchiert.
 
Diese Grausamkeiten sind passiert und die westliche Welt hat kaum etwas davon mitbekommen oder es mittlerweile wieder vergessen. Wer kennt bei uns schon den Namen Joseph Kony?
Wir sind mehr als nur betroffen, dieses Thema lässt uns nicht mehr los. Wir denken dazu darf man nicht schweigen.
 
 




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