Das Ashura Fest 25-11-2012 - Weltenbummler Shumba - Weltreise mit dem Allrad Reisemobil

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Das Ashura Fest                                                                  25.11.2012

Einblick in das wichtigste Fest im schiitischen Iran....


Der Monat Muharram, in dem der 10. Tag als „Ashura-Tag" bezeichnet wird, hat im Islam eine bedeutsame Stellung. Er ist einer der vier heiligen Monate, in denen unter anderem jegliche Form der Auseinandersetzung untersagt ist und jeder zum Frieden aufgerufen wird. Die Ashura-Riten bilden den Höhepunkt der Passionsfeiern im islamischen Monat Muharram. Diese Feierlichkeiten finden am letzten Tag der jährlich zehn Tage dauernden schiitischen Trauer- und Bußrituale zu Ehren des Todes des dritten Imams Husain ibn Ali, Sohn des Ali und Fatima, der Tochter des Propheten Mohammed.
Für die schiitische Bevölkerung ist der Ashura Tag das wichtigste Fest des Jahres. An diesem Tag wird in ganz Iran und überall dort, wo Schiiten  vertreten sind, der Ermordung des dritten Imam Husain, 680 n. Chr. in der Schlacht von Kerbela, heute Irak, gedacht. In dieser Schlacht wurden am 10.
Muharram Husain ibn Ali sowie fast alle männlichen Verwandten getötet.
Zu diesem Anlass hat sich eine Volkskultur von Trauerprozessionen entwickelt, bei denen Gläubige Standarten und Banner tragen und sich teilweise, in Erinnerung an die Leiden Husains, selbst geißeln. Weiter enthalten die Rituale des Ashura Erzählungen oder auch die kultische Inszenierung des Martyriums Husains. Die öffentliche Trauer ermöglicht es den Gläubigen, am Leiden Hosseins teilzuhaben und dessen Schicksal in Erinnerung zu rufen.
Wir erleben dieses Fest in Teheran. Wie bei islamischen Festen allgemein üblich, gehört der Vorabend mit zum Fest, da die Tage mit Sonnenuntergang beginnen. Bereits am Samstag sind in der ganzen Stadt sind die Läden geschlossen. Die Straßen, die Parks, die Privathäuser, überall ist dekoriert mit Fahnen und Bannern in schwarz und grün. Die sonst überfüllten U-Bahnen sind spärlich besetzt, obwohl sie an den Feiertagen kostenlos sind, die Menschen sind auf den Straßen oder in bzw. vor den Moscheen. An der wunderschönen Moschee am Tajrish Platz beginnen die Zeremonien Selbstgeißelungen bereits am Samstagabend. Viele Gläubige kommen hierher um an den Gräbern rund um die Moschee zu trauern. Wir fahren weiter in die Stadtmitte Teherans, wo wir an einem großen Platz in der Mitte Teherans, in der Nähe des Golestan Palast, eine Life-Übertragung einer Trauerfeier aus Kerbela miterleben. Als die Menschen in Ruhe und Stille den Worten lauschen fangen Sie plötzlich zu weinen an. Die Frauen ziehen sich ihre Chadors noch weiter über die Köpfe in ihre Gesichter, die Männer weinen entweder leise schluchzend oder laut und mit Gesten unterstrichen.

Auf uns wirkt dies sehr sonderbar und befremdlich, wir fühlen uns auch fehl am Platz, insbesondere da wir kein Wort der Übertragung verstehen. In Respekt dieser Zeremonie und der Trauer der Menschen verlassen wir diesen Platz still und leise und ziehen uns zurück. An anderen Stellen rund um den Basar werden kleine Feuer geschürt und Rauchwerk verbrannt, dazu werden immer wieder die gleichen Worte gesprochen. Das soll Glück bringen und böse Gedanken vertreiben. In einer netten Runde junger Iraner trinken wir Tee und wünschen uns gegenseitig im kräftigen Rauch alles Gute. An fast allen Ecken dieser Stadt ist etwas geboten. Es gibt laute Trauermusik, an aufgebauten Ständen wird kostenlos Tee oder Ayran ausgeschenkt.
Am Sonntag finden an verschiedenen Plätzen der Stadt Trauerprozessionen statt. Viele Männer marschieren, sich selbst mit Ketten geißelnd, im Takt zu lautem Gesang und noch lauteren Musik aus Lautsprecherboxen unterstrichen mit lauten Trommelschlägen. Sie tun es, um Busse zu tun und ihre Trauer auszudrücken. Die Frauen und Kinder marschieren singend hinterher.
Viele der Männer sind mit Lehm bespritzt, oder haben Handabdrücke auf ihrer Kleidung. Leider konnte ich nicht in Erfahrung bringen was das zu bedeuten hat.
Ein weiterer Brauch an diesem Tag ist das Verteilen von Essen und Trinken an jedermann. An vielen Ständen in der Stadt oder auch von Privathaushalten wird Essen verteilt, dazu gibt es Tee. Es bilden sich regelrechte Schlangen vor diesen Ausgaben, jedermann geht dorthin. Einige Menschen verteilen auch Datteln oder Süßigkeiten. Es ist der Brauch, dass man anderen Menschen abgibt und Gutes tut. Auf unserem Weg durch die Stadt kommen wir an einer Schlachtung auf offener Straße vorbei. Eine große Anzahl Schafe wurde hier geopfert und das Fleisch wird dann an die wartenden Menschen verteilt.
Diese paar Tage haben wir erneut einen faszinierenden Einblick erhalten in die alte Kultur und Tradition des persischen Volkes.


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