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Reisebericht Madagaskar


FAZIT


Madagaskar ist anders!

Diesen Satz hört und liest man landläufig, wenn man anfängt sich mit der viertgrößten Insel der Erde zu beschäftigen. Aber anders als was?

Nach unserer sehr intensiven sechswöchigen Reise können wir bestätigen, dass Madagaskar anders ist, als all die afrikanischen Länder, die wir bisher bereist haben. Und es ist eines der ärmsten Länder, die wir bisher erlebt haben. Wir haben Bilder gesehen, die im Gedächtnis bleiben, erst schockierend, doch wie so oft, gewöhnt man sich allmählich daran, wendet sich von dem Elend ab, und weist Bettler auch zurück.

Gleich vorweg sei bemerkt, Zeit ist das Wichtigste, was man mitbringen sollte, zum einen wegen der oft extrem schlechten Pisten, zum anderen wegen dem Kontakt zu den Menschen. Wer nur kürzer als 3 Wochen Zeit hat, sollte nicht auf eigene Faust losfahren, das lohnt sich nicht. Die Strecken sind weit und die Straßen wirklich schlecht.

Die Insel bietet grandiose, weite, unberührte Landschaften. Wir hatten mehr Regenwald erwartet, doch auf unserer Strecke sind große Teile der Wälder der Brandrodung geopfert worden.
 
Wie es so unsere Art ist, sind wir sehr einfach gereist. Wir waren sehr nah in Kontakt mit den Menschen und von daher, war es für uns extrem interessant und unterhaltsam. Sind die Menschen zu Anfang Weißen gegenüber eher zögerlich und zurückhaltend, öffnen sie sich dann doch schnell und sind zugänglich, freundlich und nett. Die Menschen sind überhaupt nicht aufdringlich, eher liebenswürdig und leise. Unsere Erfahrungen waren durchwegs sehr positiv.

Die Sprache ist Französisch, jedoch spricht das kaum jemand in den ländlichen Gegenden. Englisch wird sehr selten gesprochen.

Der Verkehr ist auch nicht schlimmer, als in anderen Ländern Afrikas, man muss lediglich einkalkulieren, dass die Busse ohne Vorankündigung überall halten, um aus- und einsteigen zu lassen und dass viele Busfahrer auf den kurvigen Straßen selten von ihrer Ideallinie abweichen. Aber das ist nicht nur auf Madagaskar so. Man sollte auch wissen, dass die Brücken i.d.R. einspurig sind. Die Vorfahrtsregel ist einfach, wer zuerst Lichthupe macht, hat Vorfahrt. Es funktioniert, also defensiv angehen.

                                                  



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Auf Madagaskar wird das Gesetz des Stärkeren nicht umgesetzt, selbst Rickschas und Handkarren haben Vorfahrt, alle sind gleichberechtigt. Auch die Menschen gehen nicht zur Seite, man muss ständig gewahr sein, dass einem irgendwer vor die Haube kommt. Sollte man einen Unfall bauen, ist man schuld und zwar unabhängig von der Schuldfrage. Es ist einfach so, weil wir weiß sind.
 
Viele Orte auf der Insel sind ohne Einfluss von Medien und gesellschaftlichem Druck. Das Leben findet statt wie vor Jahrzehnten. Die Zeit ist stehen geblieben, es gibt sogar noch Dörfer ohne Ochsenkarren, dann geht man zu Fuß. Wir sind durch Ortschaften und Gegenden gekommen, in denen die Menschen vor uns weggelaufen sind, sich versteckt haben. Der Anblick weißer Menschen erinnert an den Nachtgeist, der Aberglaube ist noch sehr stark.

Die Route, die wir gefahren sind, ist nur in der Trockenzeit machbar. Einige Gebiete sind nur ein paar Monate im Jahr zugänglich. Die Straßen, wir haben es im Text ausführlich beschrieben, sind sehr schlecht und es ist ein beschwerliches Reisen. Die Unterkünfte sind manchmal nicht die besten. Es lohnt sich daher auf alle Fälle, ein Zelt und Ausstattung dabei zu haben, um im Fall der Fälle, übernachten zu können.

Auf Madagaskar gibt es noch wenig Tourismus und wenn, dann hochpreisig in den wenigen touristischen Gegenden rund um die Sehenswürdigkeiten. Madagaskar ist kein Billigreiseland, selbst organisiert jedoch, kann man günstig leben.

Unsere Erfahrung fassen wir kurz in etwa so zusammen: Trans-Afrikareisende „müssen“ unserer Meinung nach nicht nach Madagaskar, um etwas Besonderes zu sehen oder zu erleben. Natürlich ist die Ostküste Madagaskars anders als der Süden oder die Westküste, aber insgesamt ist es nicht aufregend anders, als sonst irgendwo in Afrika. Wer also jahrelang quer durch Afrika reist, könnte sich Madagaskar getrost sparen.

Außer, man nimmt eben Geld in die Hand, um die durchaus sehenswerten touristischen Höhepunkte der Insel, die relativ weit auseinander liegen, anzufliegen und dann organisiert zu besichtigen. In jedem Fall sollte man seine Wahl, der zu besuchenden Orte, treffen und dann entscheiden, wie gereist werden soll.

Sollte man selbst fahren wollen, ist es extrem schwierig einen Fahrzeugvermieter ausfindig zu machen. Für jemanden der gerne Offroad fährt, ist ein Chauffeur nicht notwendig. Unserer Meinung nach notwendig ist allerdings Offroad- und Navigationserfahrung, sowie eine gute Planung in Bezug auf Strecke und Regenzeiten.

Für uns war Madagaskar ein „weiteres Land“, das wir bereist haben. Wir haben uns wohlgefühlt und es hat uns sehr gut gefallen, doch wiederkommen „müssen“ wir nicht.
 

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