Reisebericht Südafrika Teil 4 - Weltenbummler Shumba - Weltreise mit dem Allrad Reisemobil

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Reisebericht Südafrika

Teil IV


Kapstadt und das Western Cape


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Teil IV >  Kapstadt - Alexander Bay      18.03. - 05.04.2017           1.574 km

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Durch edle Vororte, die Städte Hout Bay und Camps Bay gelangen wir entlang der wunderschönen Küste nach Kapstadt, an die berühmte Victoria und Alfred Waterfront, mit seinen exklusiven Shopping Malls, exquisiten Restaurants und anderen Attraktionen.
 
Natürlich schlendern auch wir erst einmal durch und lassen den Prunk auf uns wirken. So viele tolle Sachen, die wir nicht brauchen und trotzdem das eine oder andere schön finden. Am Samstag treffen wir unseren Freund Rainer in der "Biskuit Mill" in Woodstock, einem Künstlerviertel. Wir haben uns sehr lange nicht gesehen und es gibt sehr viel zu erzählen. Der Tag vergeht wie im Flug. Rainer lebt in der Nähe von Paarl und wir vereinbaren einen weiteren Besuch in ein paar Tagen.

Diese Stadt hat immer etwas zu bieten, so lassen wir uns am Abend den Karnevalsumzug nicht entgehen und erkunden die Stadt am folgenden Tag mittels dem Hop-on-hop-off Bus und machen ausgiebig "Sightseeing". Dabei erfahren wir viel Neues und Unbekanntes über die Geschichte der Stadt. Das Wetter ist fantastisch, der Himmel strahlend blau, der Tafelberg thront über der Stadt, schöner könnte es nicht sein.
Am dritten Tag "vertreibt" uns die Security von "unserem" Parkplatz an der Waterfront. Wir fahren ein wenig durch die Stadt und lassen uns durch das Boo-Kap-Viertel mit seinen bunten Häusern treiben, um den Tag auf dem Signal Hill bei einem Sundowner ausklingen zu lassen. Es ist ein beliebter Picknick Platz, an dem sich am Abend viele Menschen treffen, um die unglaublichen Sonnenuntergänge zu bewundern.

Tags darauf stromern wir durch das Naturkunde-Museum und bummeln in den schattigen Alleen des Company's Garden, wo wir auf die Ankunft unserer Freunde Agathe und Michael warten. Vor etwa 9 Monaten waren wir gemeinsam in Nord-Zimbabwe unterwegs und jetzt treffen wir uns in Kapstadt wieder. Ein herzliches Wiedersehen mit vielen interessanten Geschichten und der Abend ist wieder einmal viel zu kurz. Aus diesem Grunde hängen wir auch gleich noch einen Tag dran und fahren gemeinsam in Richtung Stellenbosch, um auf einem kleinen Weingut zum "Wine tasting" zu fahren. Agathe und Michael waren vor 4 Jahren schon mal hier und schwärmen immer noch von den sehr guten Rotweinen und dem Ambiente.

In einem wunderschönen Herrenhaus führt uns Lola, die Herrin des Hauses und Winzerin, in einen Gewölbekeller, wo sie uns mit ihren Köstlichkeiten verwöhnt. Unsere Freunde haben nicht übertrieben, die Weine sind köstlich! Und, wir dürfen auf dem Weingut übernachten. Fahren hätten wir eh nicht mehr wollen. Nach dem Frühstück trennen sich unsere Wege. Agathe fliegt nach Deutschland, Michael kümmert sich noch um das Auto und wir fahren weiter nach Paarl zu unserem Freund Rainer. Es ist einfach herrlich in alten Erinnerungen zu kramen und zu erzählen, wir kochen und verbringen einen netten, kurzweiligen Abend und genießen das wunderschöne Ambiente seines Hauses.
 
Doch wir müssen auch weiter. Unser Visum ….. . So schade es ist. In dieser Gegend gefällt es uns ausnehmend gut und man könnte sich wochenlang hier aufhalten ohne, dass es einem langweilig wird.



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Wir verabschieden uns von dem Flachland der Weinanbaugebiete, um über den Bainskloof Pass hinauf in die imposante Bergwelt zu fahren. Das kleine Städtchen Ceres, umgeben von hohen Bergen, ist Zentrum des Obstanbaus, hauptsächlich Äpfel, Birnen und Aprikosen. Den Gydo Pass hinauf und wir sind auch schon wieder auf 1000 Meter über Meeresspiegel. Unfassbar, dass in dieser trockenen und kargen Landschaft der Obstanbau in diesen Dimensionen gelingt. Auch hier ist es staubig und viele der Dämme sind ausgetrocknet. Welch' ein Kontrast zu den grünen Golfplätzen rund um Stellenbosch und Paarl. Den kleinen Ort Op-die-Berg lassen wir links liegen und biegen ab auf eine gute Schotterstraße in Richtung Cederberge, in die Weite der Karoo. Das Land ist dünn besiedelt , bizarre Felsformationen unterbrechen das Farmland. In dieser Abgeschiedenheit bieten die Farmen bieten die notwendige Infrastruktur für die einheimische Bevölkerung, wie Schule und medizinische Versorgung.
 
Hohe weithin sichtbare Staubfahnen lassen Gegenverkehr früh erkennen. Die Landschaft verändert sich, die weiten riesigen Anbauflächen verschwinden, eine schroffe Berglandschaft bestimmt die Szenerie.

Zufällig treffen wir auf Svenja und Hannes aus München, die entlang der Westküste Afrika durchquert haben. Wir verbringen zwei nette Tage gemeinsam mit viel Austausch an Information.

In Clanwilliam einer der ältesten Städte des Landes, liegen die Cederberge hinter uns und wir machen einen Sprung an den Atlantik nach Lambertsbay.
 
Diese kleine Stadt liegt in einer schönen Bucht und beherbergt auf einer leinen Insel vor dem Hafen eine der größten Kap Tölpel Kolonien im südlichen Afrika. Ebenso Robben siedeln sich wieder hier an, was von den Vogelschützern nicht so gerne gesehen wird. Die Robben reißen die kleinen Vögel. Daher haben in 2005 alle Tölpel die Insel verlassen und sind erst im Jahr darauf wieder zurückgekommen. Wir lernen Einiges über das Kommunikationsverhalten und Sozialleben der großen Vögel, die ein Leben lang mit einem Partner verbringen und sollte einer sterben sich einer Singlekolonie anschließen.

Kalt weht es vom Atlantik und wir sind richtig froh um unser kleines Haus in dem es ganz schnell warm und gemütlich ist.


Je weiter wir abseits der Teerstraße entlang dem Ozean nach Norden fahren, umso ursprünglicher und einsamer wird es. Bald sind wir mitten im Namakwaland in der Northern Cape Region. Durch die roten sandigen Hügel folgen wir der teilweise sehr schlechten Piste erneut bis zum Atlantik nach Hondeklip Bay. Dieser kleine, unscheinbare Ort ist völlig untouristisch, die Menschen leben heute vom Fischfang und das einzige kleine Restaurant am Ort hofft auf Besucher des Namakwa Nationalparks, die einen Abstecher an die raue Küste machen. Früher war Hondeklip Bay ein Hafen für die Erzverschiffung aus dem Landesinneren, doch die Schiffe wurden zu groß und es wurden an anderen Orten tiefere, leichter zugängliche Häfen gebaut.

Ab hier nördlich beginnt das Sperrgebiet der Diamantenminen. Viele, von Menschen gemachte Hügel und Ausgrabungen sowie nicht zu übersehende Verbotsschilder weisen daraufhin. Auf sehr guter breiter Schotterstraße rollen wir weiter nach Nordosten. Eine wilde schöne Strecke durch unberührte Landschaft, lediglich ein paar Gemsböcke springen aufgeschreckt davon.

Mittlerweile sind wir im äußersten Nordwesten des riesigen Landes angekommen. Das Land der Nama, Namakwa dort wo im Frühling die Wüste blüht. Dieses wunderbare Schauspiel, das im hiesigen Frühling stattfindet, bekommen wir leider nicht zu sehen.

Die wuselnde Kleinstadt Springbok, ist die Hauptstadt des Namakwalandes und Zentrum der Diamanten Industrie und der Kupferminen. Die Stadt ist das letzte größere Versorgungszentrum im Norden. Es war Zahltag und das bedeutet, dass alle Läden voll sind und vor den Bankautomaten lange Menschenschlangen stehen, dazwischen springen spielende Kinder herum und aus den Läden dröhnt laute Musik. Der helle Wahnsinn, als doch ein Stück Afrika in Südafrika. Wir schauen, dass wir weiterkommen, weiter Richtung Norden in die karge, trockene und trotzdem landschaftlich faszinierende Gegend mit ihren mächtigen Granithügeln.
Wir fahren in den Richtersveld Nationalpark, seit 2007 World Heritage Site, die Nama leben hier seit Jahrzehnten halbnomadisch und dürfen auch ihre Tiere im Park weiden. Es ist eine grandiose Szenerie mit einer einmaligen Vielfalt al Sukkulenten die sich auf beiden Seiten des Oranje River, dem Grenzfluss zu Namibia erstreckt.

Die Abgeschiedenheit in diesem Gebiet gefällt uns. Wir sehen maximal zwei Autos am Tag und ein paar Kühe. Morgens wachen wir auf, weil wir draußen etwas knacken hören, es sind nur in paar Kühe, die rund um unser Auto grasen. Irgendwo singt ein Mensch, doch wir sehen ihn nicht, einfach nur Ruhe und Frieden.


Je weiter wir nach Norden kommen, umso steiniger wird es und umso rauer wird das Wellblech.
Kuboes, ein kleine Ansiedlung wurde von Rheinischen Missionaren gegründet. Seitdem leben Menschen in dieser Abgeschiedenheit. Immer wieder überraschend, wo wir auf derartige Hintergründe und Geschichten stoßen. Und es ist immer wieder faszinierend, mit welchen Mitteln und unter welchen Strapazen die Menschen damals an solch abgelegene Orte kamen und vor allem auch blieben.

Der Camping Platz im Richtersveld Nationalpark liegt wunderschön direkt am Oranje River, der zur Zeit richtig viel Wasser führt. Es ist der wichtigste Fluss Südafrikas, er entspringt in Lesotho und versorgt auf seinem Weg zum Meer viele Plantagen und Farmen mit Wasser.
Das Wetter ist traumhaft, atemberaubende Landschaften und Szenerien, beeindruckende Natur, obwohl wir kaum Tiere entdecken in dieser Weite. Es gibt sie noch, die Plätze ohne Mobilfunkempfang und Internet.
In die Tatasberge, bis zu 500 Mio Jahre alte Steinformationen, kommen wir leider nicht, der Weg ist für den Truck einfach zu eng, die Bäume hängen zu niedrig. Insgesamt sind die Straßen im Park sehr schlecht.

Wir übernachten insgesamt zweimal im Park bevor wir nach Sendelingsdrift zurückkehren. Bis heute, Montag den 03.04., war sowohl die Grenze hier, als auch der Ponton und die Straße auf der gegenüberliegenden Seite in Namibia wegen Hochwassers geschlossen.
 
Die kleine Fähre trägt laut Aufschrift 6 Tonnen, wir wiegen 12 Tonnen. Der Schiffsführer meint nach kurzer Überlegung: Kein Problem, morgen früh, wenn kein Wind ist, können wir fahren. Doch wir trauen uns nicht, 6 Tonnen Unterschied sind uns doch etwas zu riskant. Also fahren wir weiter nach Alexander Bay, der wohl hässlichste Ort in Südafrika. Hier ist die Brücke über den Oranje die Grenze nach Namibia.

Nach mehreren Monaten und fast 10.000km verabschieden wir uns von Südafrika, einem großartigen und sehr vielschichtigem Land, indem wir uns sehr, sehr wohlgefühlt haben.
 


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BILDERGALERIEN Südafrika -

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>>> Namibia II: Der Süden

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