Reisebericht Sambia Teil II - Weltenbummler Shumba - Weltreise mit dem Allrad Reisemobil

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Reisebericht Sambia


Die schönsten Wasserfälle

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Teil II >  Kasama - Mansa           13.09. - 18.09.2015          589 km

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Wir halten uns mit dem Ärger nicht lange auf und machen einen großen Sprung nach Norden. Sambia ist insgesamt sehr wasserreich. Insbesondere der Norden ist von zahlreichen großen Flüssen durchzogen. Und hier gibt es dann auch die schönsten Wasserfälle des Landes.
 
Auch in Sambia ist das Hauptverkehrsmittel das schwere chinesische Fahrrad obwohl es insgesamt wesentlich mehr Kraftfahrzeuge gibt, als vergleichsweise in Mozambik. Die Menschen wohnen in gepflegten, strohgedeckten Steinhäusern. Unglaublich freundlich winken und lachen sie uns zu. Die Straße wird zunehmend katastrophaler, zumeist kommen wir auf der ausgewaschenen und mit Schlaglöchern gespickten Erdpiste nur im Schritttempo voran. Es ist eine öde und nervtötende Fahrerei in den äußersten, abgelegenen Nordwesten.
 
An den Wasserfällen angekommen werden wir für diese Schinderei entschädigt. Völlig unverbaut, abgelegen, kaum bekannt und schwer zu erreichen liegen die Lumangwe Falls im dichten Urwald. 30 Meter stürzt der 120 Meter breite Kalungwishi die Felswand hinunter. In der Gischt des Wassers kann der Regenwald an den Ufern des Flusses ungehindert wuchern. Hier stört absolut nichts die Natur, kein Souvenirladen, kein Rafting, nicht einmal Wege, einfach nichts.
 
Eine etwa 6 km lange Wanderung durch den „Herbstwald“ bringt uns zu den Kabweluma Fällen. Wunderschön gelegen, als säße man in einem Theater, stürzt der Fluss hufeisenförmig über hohe Terrassen in die Tiefe. Für uns sind diese Fälle sogar noch schöner als die Lumangwe Fälle. In dieser Abgeschiedenheit lernen wir einen jungen Münchner Doktoranden kennen, der sich auf Buntbarsche spezialisiert hat und die Entwicklung dieser kleinen Fische in dem Fluss untersucht. Seine Gruppe hat einen Koch dabei und gegen Naturalien und Trinkgeld bäckt er uns das beste Brot, das wir seit langem hatten.
 
Wir „holpern“ weiter in Richtung Westen. Entlang der Straße Wohnhäuser, dazwischen immer wieder Maniok und/oder Maisfelder. Diese Region ist fruchtbar, die Landwirtschaft geht weit über die Substitution hinaus. In großen Depots wird der Maisertrag angeliefert, gewogen und verpackt und schließlich irgendwann von riesigen LKW‘s abgeholt. Für die Versorgung mit sauberem Trinkwasser sind Brunnen vorhanden. Natürlich sind es auch hier die Frauen, die das Wasserholen verrichten. Was wäre Afrika ohne seine Frauen?!
 
Bei Kawambwa erreichen wir die Teerstraße. Wir befinden uns in Sambias Teeregion. Schon mal was von Tee aus Sambia gehört?

                                                  


Die Strecke verläuft entlang dem Grenzfluss zur Dem. Rep. Kongo. Der Luapula ist einer der wichtigsten Flüsse Sambias und fließt im Norden in den Meru See. Das gesamte Gebiet der Lunda ist dicht besiedelt und scheint reich zu sein. Hunderte von Mango Bäumen säumen die Straße, vom trägen Fluss sieht man leider wenig, zum einen weil es sehr dunstig ist, zum anderen verläuft die gut ausgebaute Teerstraße nicht grenznah.
 
Sambia ist das wasserreichste Land Afrikas. Die beiden mächtigsten Ströme des Kontinents haben in Sambia ihre Quelle, der Kongo und der Sambesi. Das ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits ist das Land dadurch sehr fruchtbar, oder könnte es sein. Andererseits sterben bei den immer wiederkehrenden Flutkatastrophen während der Regenzeit jedes Jahr viele Menschen und Existenzen werden vernichtet.
 
In der staubigen Kleinstadt Mansa fragen wir im städtischen Hospital um die Erlaubnis auf dem Parkplatz übernachten zu dürfen. Auf diese Weise erhalten wir eine Führung durch ein afrikanisches Krankenhaus, sehen die Gegebenheiten und Umstände und erhalten Erklärungen. Die Direktorin empfängt uns in ihrem Büro wo wir unser Anliegen vorbringen. Kein Problem. In der Nacht sterben 2 Menschen. Der Trauergesang der Angehörigen, insbesondere der Frauen, hält uns stundelang wach. Gleich am Morgen wird die Beerdigung organisiert.
 
Das Hospital hat 7 LKW’s für die Region, diese bilden zusammen eine komplette mobile Klinik, Operationssaal, Apotheke, Röntgen, Energieversorgung, Ambulanz etc.
Das Land Sambia hat 70 solcher LKW’s, dies entspricht je einer mobilen Klinik für jede der 10 Provinzen. „Spender“ war China. Doch nichts ist umsonst. Auch in Sambia hat China beide Füße fest in der Türe. Der Verantwortliche Klinikmitarbeiter erzählt uns, dass bei dem Bau von Straßen seltene Hölzer geschlagen werden und mit riesigen Trucks in den Hafen von Daressalam gebracht werden, um nach China verschifft zu werden. Das Schlagen dieser Hölzer ist jedoch strengstens untersagt, doch die Einheimischen werden mit kleinen Summen „gekauft“. Es läuft ähnlich, wie mit der Wilderei.
Später erfahren wir, dass diese fahrbaren Kliniken nicht einsatzfähig sind, weil der Personalaufwand viel zu hoch ist und vor allem entsprechend ausgebildete Leute fehlen. Das Ganze war offensichtlich eine Fehlinvestition. 
Immer wieder erstaunlich ist es, wie viele Kinder vor den Häusern der Familien rumspringen. Laut WHO bringt in Sambia jede Frau im Schnitt 5,5 Kinder zu Welt. Die HIV Rate in Sambia ist eine der höchsten in Afrika und folglich gibt es natürlich auch viele Aidswaisen.
 
Je näher wir dem kleinen Grenzort Chembe kommen, umso einfacher werden die Behausungen. Es ist eine relativ abgelegene Gegend und der sogenannte Katangazipfel in der Dem. Rep. Kongo trennt Nordsambia vom Nordwesten des Landes. Und eben durch diese Enklave gibt es eine Transitmöglichkeit, die wir nutzen wollen. Ein richtiger Grenzübertritt steht uns bevor. Auf Sambia Seite erhalten wir einen kleinen Zettel mit unseren Daten, alles sehr korrekt und freundlich. Eine kleine Grenzgebühr in Höhe von umgerechnet € 2,50 und das war es.
 



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Die Kongolesische Seite läuft da schon gleich ganz anders.
Schon der „Empfang“ ist eigenartig. Wir werden keines Blickes gewürdigt und per Handzeichen herum kommandiert. Natürlich spricht keiner Englisch, wir „kramen“ in unseren Französischkenntnissen

Die Odyssee beginnt:
    •          Erstes Office, hier erhalten wir das Visum. Gegen Beleg zahlen wir 100 US$.
    •          Zweites Office, eher mehr nur ein Schreibtisch: Die Angaben zum Fahrzeug werden
                      gegen eine Gebühr von 60 KW = ca. 6,00 € notiert.
    •          Dritter Schreibtisch, wir sind beim Zoll. Die Fahrzeugdaten werden (erneut) in ein
                      Buch eingetragen, ohne jedoch das Carnet zu bearbeiten. Gebühr hierfür 20 US$.
    •          Vierter Schreibtisch, Kontrolle der Identität: Es passiert nicht mehr, als dass die
                      Passdaten in ein Buch eingetragen werden, die Personen müssen dazu nichtanwesend
                      sein, Kosten 100 KW = 10,00€.
    •          Fünfter Schreibtisch, erneut werden die Fahrzeugdaten in ein Buch eingetragen,
                      Kosten 10 KW = 1,00€.
    •          Sechster Schreibtisch: Kontrolle des Impfpasses, Kosten 0,00 (!)
    •          Siebter Schreibtisch, Desinfektion des Fahrzeuges. Die 4 Fahrzeugreifen, des im
                     Ausland registrierten Fahrzeuges, und das vordere Nummernschild werden punktuell
                      mit etwas Flüssigkeit bespritzt. Kosten hierfür 50,00 US$.
 
Jetzt platzt uns der Kragen! Wir weigern uns, diese 50,00US$ zu bezahlen. Da wir ohnehin schon den Übergang blockieren, werden die Sambier zornig und aggressiv. Sie wollen passieren, sehr verständlich. Grummelnd räumen wir die Spur. Jemand schlägt eine Rückabwicklung des gesamten Procedere vor, wir gehen sofort drauf ein. Nur wirklich umsetzen will es dann doch niemand. Am Ende bezahlen wir statt der 50,00 US$ 100KW = 10 US$ und erhalten einen kleinen Zettel mit dem Vermerk, dass wir uns geweigert haben zu bezahlen. Jetzt dürfen wir durch. Bis auf die Visa haben wir für keinen Betrag einen Beleg erhalten, nur viele Stempel. Es war ein teures und unfreundliches Schmierentheater, doch eine gute Erfahrung.

Diese Transitstrecke wird von Sambiern sehr häufig genutzt, da sie die Strecke aus dem Nordwesten dem sogenannten Copperbelt, in den Norden des Landes und auch nach Tansania gehörig abkürzt. Derzeit wird die Straße großzügig ausgebaut und mehr als die Hälfte sind bereits geteert. Heute braucht man noch etwa 2 Stunden für die ca. 80km. Übrigens, in der Dem. Rep. Kongo herrscht Rechtsverkehr.
Die Ausreise aus dem Kongo in Mokambo kostet insgesamt noch einmal 340KW (€34,-) für verschiedene Bucheinträge, erfolgt jedoch insgesamt ordentlich. Die Einreise nach Sambia hingegen ist eine Sache auf 2 Minuten, lediglich das Visum wird kontrolliert.



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 HIER WEITERLESEN >>

   Sambia Teil 3:

   Der Kupfergürtel 

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