Reisebericht Rep. Kongo - Weltenbummler Shumba - Weltreise mit dem Allrad Reisemobil

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Reisebericht Rep. Kongo


Transit im Westen

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Teil I >  Massabo / Ngongo             04.10. - 10.10.2017          463 km

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Nach wenigen Kilometern erreichen wir die große Hafenstadt Pointe Noire, schmutzige Vororte, tiefe Pfützen und Schlamm am Straßenrand. Doch in der Stadtmitte überrascht uns die Stadt mit europäischen Supermärkten, zwar zu europäischen Preisen aber dennoch, wir nutzen einige Angebote. Auch die Simkarte ist schnell und problemlos besorgt. Und so machen wir uns auf den Weg zu Pascal der hier in Pointe-Noire ein Restaurant am Strand besitzt und immer wieder Reisende bei sich unterkommen lässt. Direkt am Atlantik können wir auf dem Parkplatz des Restaurants kostenlos stehen und bekommen am Abend die beste Pizza seit langer Zeit serviert.

Rosalie und Juancar sind auch gerade bei Pascal. Sie sind ein junges spanische Pärchen, die vor 5 Monaten in Spanien zu ihrer Weltreise aufgebrochen sind und in Richtung Süden unterwegs. Seit eine Woche bereits warten sie auf ihre Angola Visa. Es gibt viel Interessantes zu berichten.

Auf einem unserer Strandspaziergänge lernen wir zufällig Josefine und Claes kennen. Josefine ist von hier, Claes ist Schwede. Die beiden sind seit 12 Jahren verheiratet, leben in Schweden und besuchen gerade die Familie. Wir sind uns auf Anhieb sympathisch und es entwickelt sich ein nettes Gespräch. Josefine lädt uns ein, am nächsten Tag ihre Familie zu besuchen. Es ist eine große Familie, die Schwester hat ordentlich aufgekocht, alles schmeckt lecker. Wie alte Freunde werden wir begrüßt und an den Tisch gesetzt. Es hat sich gelohnt einen Tag länger zu bleiben.
 
Nach der herzlichen Verabschiedung von Josefine Claes und Peter, ihrem kleinen Sohn, machen wir uns auf den Weg hinaus aus Pointe Noire. Diese Stadt ist so riesig. Überall wird gefegt, es gibt Mülleimer und eine Müllabfuhr, sowie Straßenkehrmaschinen. In den Supermärkten sind Plastiktüten abgeschafft. Doch außerhalb des Zentrums, in den einfachen Wohngebieten, liegt der Müll neben den Häusern. Die Menschen sind arm, auch die Republik Kongo haben der jahrelange Bürgerkrieg und die Ausbeutung durch die Oberen das Land ausgelaugt. Auf den Straßen erkennen wir an den Kleidungen bereits senegalesische Männer und Frauen. Die Senegalesen sind hauptsächlich Händler und kommen bis hierher auf die großen Märkte, um ihre Geschäfte zu machen.


Für mich als Frau ändert sich ab hier die Kleiderordnung. Kurze Hosen sind ab hier nicht mehr angebracht. Obwohl Sonntag ist, stehen wir auf der großen Ausfallstraße im Stau. Eine ungeheure Anzahl von Taxis und Kleinbussen wuseln an uns vorbei, überholen rechts und links, dazu kilometerlange Märkte am Straßenrand. Fischgeruch mischt sich mit Abgasen und dem Duft von frischem Brot, überall bunte Gewänder, laute dröhnende Musik, Staub und Müll. Es ist das übliche afrikanische Chaos.

Nach einer Stunde etwa lassen wir die Stadt hinter uns. Eine nagelneue Teerstraße führt in Richtung Osten ins Landesinnere, kurvig und hügelig. Hier ist defensives Fahren angesagt. Es gibt viel Schwerlastverkehr und die verrückte Fahrweise der Kongolesen ist zu erleben in gewagten Überholmanövern in defizitären Fahrzeugen. Straßenmarkierungen sind ohnehin nutzlos. Immer wieder kommen uns große schwere LKW‘s mit langen Baumstämmen entgegen. Die Abholzung des Regenwaldes ist in vollem Gange, ob im Großen oder im Kleinen für Holzkohle. Es werden irreparable Schneisen in die Wälder werden geschlagen.

In Dolisie übernachten wir bei Gaps, einem älteren Franzosen, der hier ein sauberes Lokal betreibt. Leider sind die angebotenen Speisen so teuer, dass wir es vorziehen im LKW zu kochen. Am nächsten Morgen bewundern wir noch das Maskenmuseum und brechen anschließend auf in Richtung Norden.

Überhaupt erschrecken uns die Preise hier in der Rep. Kongo. Eine Dose Cola kostet 2,50€ auch Obst und Gemüse gibt es nur zu europäischen Preisen, lediglich das Brot, welches übrigens sehr gut ist, ist günstig. Überhaupt ist es so, dass wir, die „Mondele“ die „weißen Preise“ bezahlen, und die Hautfarbe auch die Verhandlungen schwierig gestaltet.

Die Straße nach Norden ist ab Dolisie im Bau. Das große Mauthäuschen ist schon fertig. Doch hat sich das mit dem Straßenbau relativ schnell erledigt und die Piste ist wieder eine typische afrikanische „dirt road“. Wir passieren arme Dörfer, außer Maniok gibt es so gut wie keinen Anbau. Von was leben die Menschen nur? Es hat Wasser, gute Erde, warum gibt es hier keine Landwirtschaft? Selten liegen auf den wackligen Holztischchen an der Straße ein paar Tomaten oder Zwiebeln.

Starker Regen zwingt uns früh in einem kleinen Ort auf dem Fußballfeld stehen zu bleiben. Am nächsten Morgen ist der Himmel noch bewölkt, doch es regnet nicht mehr. Viele Menschen in den Dörfern winken uns zu, so oft kommen die „Mondele“, die Weißen, hier nicht vorbei.

Plötzlich stehen wir vor einem verbogenen Schlagbaum. An den paar Holzhütten neben der schlammigen Straße erkennen wir, dass wir an der Grenze angekommen sind. Die Abfertigung ist schnell erledigt, nur als ich mich weigere den Schlagbaum selbst zu öffnen, weil der Herr, der ihn bedienen soll dafür ein Trinkgeld erwartet, kommt es zu einer kurzen Diskussion.

Au Revoir Republique Congo, zu wenig haben wir gesehen.



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